Trainieren? Intelligent. Regeneration für Muskelaufbau und Kraftsport

(michael.lipp@develop-it.at) #1

Schlechteste, weil ich Übertraining erlebt und Regeneration
ignoriert habe.


Eines muss klar sein: Ein Muskelkater ist noch kein Übertrai-
ning. Das Phänomen des Übertrainings läßt sich nicht in
Schubladen packen. Es ist wie das Krafttraining selbst:
äußerst individuell.


Übertraining äußert sich bei jedem Sportler mit einem ei-
genen Mix an Symptomen. Zumeist schafft man seine Übun-
gen mit der vorgegebenen Intensität noch, aber es ist die
Psyche, die sich als erstes meldet. Reizbarkeit, Schlafstörun-
gen oder Depressionen sind untrügliche Zeichen. Wenn dann
die körperlichen Erscheinungen dazukommen, brennt eh
schon der Hut. Das geht über Kopfschmerzen, Infektionen
(weil das Immunsystem heruntergefahren wird) bis hin zu
Gewichtsverlust – oh mein Gott!


Ja, es gibt Übertraining. Und wenn man es zum ersten Mal
erlebt, sollte man es als untrügliches Zeichen dafür sehen,
dass Psyche und Physis lauthals schreien. Dass man sich den
wirklichen Grenzen nähert und sich gut überlegen sollte, ob
und wie man weiter geht.


Im letzten Drittel meiner Wettkampfvorbereitung war ich mit-
ten in einer Übung, als sich die Schleusen öffneten und ich
Rotz und Wasser heulend bäuchlings auf der Schrägbank lag
und nicht wusste, was hier gerade passiert. Ich war arm,
allein, niemand hatte Verständnis. Ein befreundeter Trainer
sah das Elend, umarmte mich herzlich, dann schubste er mich
wieder Richtung Hanteln, gab mir einen Kick und sagte:
„Weitermachen. DU willst das schließlich.“


Als Wettkampfathlet geht es nur um eine einzige Entschei-
dung: weitermachen oder untergehen. Man kann in der
Vorbereitung auf einen Wettkampf nicht sagen: „Jetzt pau-
siere ich halt mal ein bissl und gönne meinem Körper eine
Ruhepause“. Aber als Hobbysportler kann man den Faktor
Regeneration durchaus berücksichtigen.


Unser Körper ist ein Ökonom, das heißt, er ist in der Lage,
sich immer wieder an neue Anforderungen und Lebens-

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