Trainieren? Intelligent. Regeneration für Muskelaufbau und Kraftsport

(michael.lipp@develop-it.at) #1

Eine fast wahre Geschichte


Tom, Tom, go!


Man konnte Tom schon lange kein X mehr für ein U vor-


machen. Er hatte bereits sieben Jahre Training hinter sich,
davon knappe sechs als ernsthaft Trainierender. Den Weg
auf die Bühne hatte er vor vier Jahren beschritten, und er
war mit seinen Erfolgen tatsächlich sehr zufrieden. Aber
Tom wusste, dass er einen Preis zu zahlen hatte: Den Preis,
den Leistungssportler zu zahlen bereit sein müssen. Dass
das, was er hier tat, nicht mehr uneingeschränkt als
„gesund“ bezeichnet werden konnte, war Tom inzwischen


längst klar geworden.


Tom sah sich als Seiltänzer. Als jemand, dessen wichtigste
Aufgabe es war, die Balance nicht zu verlieren. Genau
darum ging es nämlich viel mehr, als ihm in den ersten
Jahren seines Bodybuilder-Lebens bewusst war. Man
musste viel geben, um ganz oben mitzumischen: Da ist
hartes Training allein eben leider nicht genug. Selbst in


Verbindung mit disziplinierter Ernährung nicht: Da muss
schon mehr getan werden. Denn die anderen tun das auch.


Zu den Halbwahnsinnigen hatte er jedoch noch nie gehört:
Zu jenen, die, sobald sie die größeren Scheiben auf die
Hantel packen, schon nach dem wirksamsten Stoff fragen.
Anabole Steroide haben zwar ihre Wirkung, aber zaubern
können sie auch nicht. Und wenn ein blutiger Anfänger mit
60 Kilo anfängt zu stoffen, dann ist er danach eben ein


blutiger Anfänger mit vielleicht 70 Kilo. Aber Tom war
damals schon klar gewesen: Zuerst die Pflicht, und dann
die Kür. Und die Pflicht hieß in diesem Fall: Hartes,
jahrelanges Training und die Überwindung erster Plateaus

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