Trainieren? Intelligent. Regeneration für Muskelaufbau und Kraftsport

(michael.lipp@develop-it.at) #1

aus eigener Kraft. Und erst danach die Optimierung, die
Perfektionierung, das Herausholen des Allerletzten. Es ist
idiotisch, den zweiten Schritt vor dem ersten machen zu
wollen, hatte er in vertraulichen Gesprächen immer gesagt.


Ein Feigling war er nie gewesen, aber so manches, das er
gesehen, gehört oder gelesen hatte, war ihm schon früher
nicht ganz geheuer gewesen. Er gehörte einfach nicht zur
Liga „Augen-zu-und-durch“, sondern war sehr froh ge-
wesen, sich auf einen top informierten Mediziner verlassen
zu können, dem er vertrauen konnte. Denn auf dem Markt
waren schon früher die abenteuerlichsten Substanzen


unterwegs – von den letzten Jahren gar nicht zu reden,
Darknet sei Dank.


Das, was Tom in den vergangenen Monaten allerdings
immer wieder zu schaffen machte, war die Regenerations-
Sache: Er konnte trainieren wie ein Tier, und darauf führte
er ja auch seine sichtbaren und bemerkenswerten Erfolge
zurück. Nur dieses ständige Laborieren an kleineren oder
doch schon etwas größeren Verletzungen machte ihm


Sorgen, da er wusste, dass manche der schwer belasteten
Strukturen nun mal nicht mit dem Muskelwachstum Schritt
halten konnten. Und sein Horror war, knapp vor einem
wichtigen Wettkampf verletzungsbedingt auszufallen. Alle
Mühe, alles Risiko wäre dann umsonst gewesen, und es
würde bedeuten, wieder ein ganzes langes Jahr auf die
nächste Chance warten zu müssen.


Tom war am Sprung zum Profi-Bodybuilder. Ihm war klar,
er musste alles geben, um in dieser Welt auch nur halbwegs
erfolgreich bestehen zu können. Er wusste, dass er trotz all
seiner Bedenken und verdrängten Ängste dazu bereit war.
Aber er wusste auch: Würde er Bodybuilding ohne Wett-
kampf-Ambitionen betreiben, nur so zum Spaß und als Aus-
gleichs-Sport, dann würde er wohl so einiges ganz anders
machen.

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