Frankfurter Allgemeine Zeitung - 22.10.2019

(Axel Boer) #1

FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG Finanzen DIENSTAG, 22. OKTOBER 2019·NR. 245·SEITE 23


Prudential-Kurs auf Talfahrt






Nach der Abspaltung seiner Ver-
mögensverwaltung ist der Aktien-
kurs des größten britischen Versiche-
rers Prudential um 13 Prozent abge-
stürzt. Die Titel der abgespaltenen Ge-
sellschaft M&G Prudential debütier-
ten bei 220 Pence. Prudential will sich
nach eigenen Angaben künftig auf das
Asien-Geschäft konzentrieren. M&G,
die auch die euro-
päische Versiche-
rungssparte von
Prudential über-
nehmen soll, soll
in der ganzen Welt
expandieren.

Berlin drückt Immobilienwerte






Die Entscheidung des Berliner
Senats,einen Mietendeckel ein-
zuführen, hat die Kurse von Immobi-
lien-Aktien belastet. Besonders stark
fiel der Kurs der Deutsche Wohnen
mit minus 2,8 Pro-
zent, deren Liegen-
schaften sich schwer-
punktmäßig auf die
Hauptstadt konzen-
trieren. Im Dax ver-
billigten sich Vo-
novia um 1,3 Pro-
zent. Einer der größten Verlierer im
Nebenwerte-Index S-Dax waren Ado
Properties mit einem Minus von fast
2 Prozent. Der Kurs von LEG Immobi-
lien fiel um rund 1,7 Prozent.

Beim Geld sollten Paare mitein-


anderfaire Regelungen treffen,


meint Volker Looman.Seite 25


Der massenhafte Zuzug von


Brexit-Bankern nach Frankfurt


findet vorerst nicht statt.Seite 25


Thomas Partey musste bei


Atlético Madridlange Wege


zurücklegen.Seite 27


Uli Hoeneß meldet Niklas Süle


nach dessen Verletzung für die


EM ab.Seite 27


Wirecard-Kurs erholt sich






Mit einem Kurssprung der Aktie
von 7 Prozent honorierten die An-
leger die Entscheidung von Wirecard,
KPMG mit einer Sonderprüfung der Bi-
lanz zu beauftragen. Damit will der
Zahlungsdienstleister jüngste Zweifel
am Zahlenwerk, die
in der vergangenen
Woche abermals ein
kritischer Bericht der
„Financial Times“ be-
feuert hatte, aus der
Welt räumen. Schon
im Frühjahr war Wire-
card deshalb unter
Druck geraten.

Tops&Flops


Liebende wie Fremde Euphorie verflogen


18.10. 21.10.

Dax

F.A.Z.-Index 2322,92 2347,49
Dax 30 12633,60 12747,96
M-Dax 25999,86 26224,83
Tec-Dax 2778,43 2835,99
Euro Stoxx 50 3579,41 3600,08
F.A.Z.-Euro-Index 130,76 131,62
Dow Jones 26770,20 26827,64
Nasdaq Index 8089,54 8162,99
Bund-Future 171,27 170,92
Tagesgeld Frankfurt -0,55 % -0,34 %
Bundesanl.-Rendite 10 J. -0,39 % -0,35 %
F.A.Z.-Renten-Rend. 10 J.-0,11 % -0,07 %
US-Staatsanl.-Rend. 10 J. 1,75 % 1,80 % *
Gold, Spot ($/Unze) 1490,06 1483,95
Rohöl (London $/barrel) 59,30 59,04**
1 Euro in Dollar 1,1144 1,1173
1 Euro in Pfund 0,8644 0,8593
1 Euro in Schw. Franken 1,0996 1,1002
1 Euro in Yen 120,97 121,29
*) Ortszeit 16.00 Uhr, **) Ortszeit 22.00 Uhr

Bundesanl. R. 10 J.

22.7.2019 21.10.2019 22.7.2019 21.10.2019


Zwischen den Strafräumen


Die Börse


Pfeifen auf der Baustelle


sibi. FRANKFURT, 21. Oktober. Die
Zahl der Dollar-Millionäre in aller Welt
ist nach Schätzung der Bank Credit Suisse
seit Mitte vergangenen Jahres um rund
1,1 Millionen auf 46,8 Millionen gestie-
gen. Mehr als die Hälfte dieses Anstiegs
ging auf die Entwicklung in den Vereinig-
ten Staaten zurück – dort erhöhte sich die
bereits beträchtliche Zahl von Millionä-
ren um weitere 675 000 Personen. Auch
in China stieg die Zahl der Millionäre ge-
genüber dem Vorjahr, und zwar um
158 000 auf 4,4 Millionen. In Deutsch-
land gab es immerhin noch einen Zu-
wachs um 65 000 auf 2,19 Millionen Mil-
lionäre. Damit leben rund 16 Prozent al-
ler Millionäre Europas in Deutschland.
Das geht aus dem „Global Wealth Report
2019“ hervor, den die Schweizer Groß-
bank Credit Suisse am Montag veröffent-
licht hat. Allerdings fallen die Millionärs-
Schätzungen in solchen Studien immer
recht unterschiedlich aus, was mit Defini-
tionen und Zählweisen zusammenhängt.
Die Vermögen in aller Welt sind dieser
Erhebung zufolge im vergangenen Jahr
um 2,6 Prozent auf 360 Billionen Dollar
gestiegen. Je Kopf gerechnet, erreichte
das globale Vermögen damit einen neuen
Höchststand von 70 850 Dollar; das wa-
ren 1,2 Prozent mehr als Mitte 2018. Die
Vereinigten Staaten (plus 3,8 Billionen
Dollar) und China (plus 1,9 Billionen Dol-
lar) trugen trotz der Handelsstreitigkei-
ten am meisten zum globalen Vermögens-
zuwachs bei, gefolgt von Europa (plus 1,1
Billionen Dollar).
Den stärksten Zuwachs beim Pro-
Kopf-Vermögen hatte die Schweiz (plus
17 790 Dollar), gefolgt von den Vereinig-
ten Staaten (plus 11 980 Dollar), Japan
(plus 9180 Dollar) und den Niederlanden
(plus 9160 Dollar). Rückläufig waren die
Vermögen dagegen in Australien (minus
28 670 Dollar), was mit Wechselkursef-
fekten begründet wurde, in Norwegen
(minus 7520 Dollar), der Türkei (minus
5230 Dollar) und Belgien (minus 4330
Dollar).


Deutschland lag, gemessen am Gesamt-
vermögen in aller Welt, auf dem vierten
Platz, beim Pro-Kopf-Vermögen mit
217 000 Dollar jedoch nur auf Platz 19.
Immobilien machten in Deutschland ei-
nen großen Teil des Haushaltsvermögens
aus im Vergleich etwa zu Wertpapieren,
heißt es in der Studie weiter, so dass 58
Prozent des Bruttovermögens der priva-
ten Haushalte auf Sachvermögen entfalle.
Die Vermögensunterschiede sind der Stu-
die zufolge in Deutschland größer als in
anderen großen westeuropäischen Län-
dern: Die obersten ein Prozent der Vermö-
genden kämen in Deutschland auf 30 Pro-
zent des Gesamtvermögens, während der
Wert in Italien und Frankreich 22 Prozent
betrage. Und der „Gini-Koeffizient“, der
die Ungleichverteilung von Vermögen be-
ziffert und Werte zwischen 0 und 1 anneh-
men kann (je höher, desto ungleicher), lie-
ge in Deutschland bei 0,82, verglichen mit
0,67 in Italien und 0,70 in Frankreich.

Was die „Superreichen“ („Ultra-high
net worth individuals“, UHNW) mit mehr
als 50 Millionen Dollar Vermögen be-
trifft, liegt Deutschland der Studie zufol-
ge auf Platz drei auf der Welt. Hierzulan-
de soll es 6800 geben. Vor Deutschland lie-
gen die Vereinigten Staaten mit 80 510 Su-
perreichen einsam an der Spitze, gefolgt
von China mit 18 130. Nach Deutschland
folgen auf Platz vier und fünf Großbritan-
nien mit 4640 und Indien mit 4460. Insge-
samt soll es in aller Welt 55 920 Men-
schen mit einem Nettovermögen von min-
destens 100 Millionen Dollar geben und
4830 Menschen sogar mit mehr als 500
Millionen Dollar. Mittlerweile lebe eine
größere Zahl der weltweit vermögendsten
10 Prozent in China (100 Millionen) als in
den Vereinigten Staaten (99 Millionen).
Die Autoren der Studie haben sich auch
den Vermögenszuwachs seit 2008 in rea-
len Werten, also nach Abzug der Inflation,
näher angeschaut. Heraus kam: Schwellen-

länder, einschließlich China, seien in den
vergangenen zehn Jahren für die Weltwirt-
schaft zunehmend wichtiger geworden
und stünden für zwei Drittel des realen
Vermögenszuwachses seit 2008; das sei
doppelt so viel wie der Beitrag Nordameri-
kas. Das durchschnittliche reale Dollar-
Vermögenswachstum in Europa seit 2008
hingegen sei sogar negativ gewesen, teil-
weise bedingt durch den schwachen Euro.
Der „Global Wealth Report“ hat sich
auch mit der Frage beschäftigt, wie viel
von dem globalen Vermögen auf Frauen
entfällt. Der Bericht kommt zu dem Ergeb-
nis, das Vermögen der Frauen sei in den
meisten Ländern im Vergleich zu dem der
Männer gestiegen, aufgrund ihrer stärke-
ren Erwerbsbeteiligung, einer ausgewoge-
neren Vermögensaufteilung zwischen Ehe-
partnern und weiteren Faktoren. Über
zehn bis 15 Jahre betrachtet, gebe es aber
ein gemischtes Bild: Zahlen aus Großbri-
tannien zeigten, dass Frauen dort in den

obersten Vermögensgruppen stärker re-
präsentiert seien als früher, Zahlen aus
den Vereinigten Staaten hingegen zeigten
einen leichten Rückgang. In den fünf Jah-
ren nach der Finanzkrise hätten sich etwa
die Vermögen von Frauen in Amerika
schlechter entwickelt als die von Män-
nern, was die Studie damit begründet,
dass die Frauen einen geringeren Aktien-
anteil in ihrem Vermögen gehabt hätten.
Anhand der Zahlen von Frauen in der
„Forbes“-Liste der 400 reichsten Amerika-
ner zeigt sich ein gewisses Auf und Ab an
der Spitze, eine „U“-Form: Seit den 90er
Jahren bis 2010 sei die (ohnehin geringe)
Zahl der Frauen in dieser Liste eher noch
etwas zurückgegangen bis auf 41, seither
aber zumindest leicht wieder gestiegen
auf 55. Zuletzt nahm auch die Zahl der
weiblichen „Self-made“-Superreichen auf
der „Forbes“-Liste zu, während offenbar
in früheren Jahren anteilig mehr der rei-
chen Frauen ihr Vermögen ererbt hatten.

D


en internationalen Millionärslis-
ten und Wachstumsraten der Ver-
mögen sieht man den Handelskonflikt
zwischen China und den Vereinigten
Staaten noch nicht an. Im Gegenteil:
Wenn die Vermögen in aller Welt ge-
genüber dem Vorjahr noch mal um 2,6
Prozent auf 360 Billionen Dollar ge-
wachsen sind, dann lag das zu einem er-
heblichen Teil an diesen beiden Län-
dern. Die Vereinigten Staaten und Chi-
na sind die beiden Staaten, die zuletzt
am meisten zum globalen Vermögens-
zuwachs beigetragen haben. Es sind
auch die beiden Länder, in denen die
meisten Superreichen mit einem Ver-
mögen von mehr als 50 Millionen Dol-
lar leben. Kein Wunder also auch unter
diesem Gesichtspunkt, dass diese bei-
den Spitzenreiter sich ökonomisch und
politisch kritischer beäugen als früher:
Amerika, der alte Spitzenreiter, und
China, der Aufsteiger, liefern sich ein
Duell, das weit über Strafzölle hinaus-
geht. Anders sieht es allerdings aus,
wenn man die Vermögen pro Kopf be-
trachtet. Dann haben durchaus auch
kleine Länder eine Chance auf einen
guten Platz im internationalen Reich-
tums-Ranking. Den größten Zuwachs
beim Vermögen pro Kopf gegenüber
dem Vorjahr hatte zuletzt: die Schweiz.

Kampf um Reichtum


Von Christian Siedenbiedel


pik. BADEN-BADEN, 21. Oktober. Das
Rückversicherungstreffen in Baden-Ba-
den verhält sich zum Treffen in Monte
Carlo sechs Wochen zuvor wie der Ma-
schinenraum zum Sonnendeck. Wird an
der Côte d’Azur über die großen Linien
philosophiert, geht es am Rande des
Schwarzwalds um konkrete Vertrags-
inhalte. Bis zum Beginn der neuen Verträ-
ge am 1. Januar ist es nicht mehr lange
hin. So wissen die Vertragszeichner (Un-
derwriter) zu diesem Zeitpunkt genau,
welche Botschaften sie in den Markt aus-
senden wollen. Doch im Jahr 2019, das
für Rückversicherer nach dem jüngsten
Taifun in Japan noch nicht zu überbli-
cken ist, gibt es sogar erfahrene Mana-
ger, die auch nach drei Tagen noch keine
Ahnung haben, von welchen Trends die
Gespräche geprägt sein werden.
„Wir haben jetzt möglicherweise das
dritte Jahr in Folge schwächere Ergebnis-
se“, sagt Frank Reichelt, der das Nord-
europageschäft der Swiss Re verantwor-
tet. „Die Frage ist jetzt, ob die höheren
Prämienraten nun auch in schadenfreie
Märkte schwappen.“ In den vergangenen
zwei Jahren gab es mehr Naturkatastro-
phen als früher. Dort wo Rückversicherer
für hohe Schäden aufkommen mussten,
konnten sie gegenüber ihren Erstversiche-
rungskunden höhere Preise durchsetzen


  • doch nicht in schadenfreien Ländern
    wie Deutschland, wo auch in diesem Jahr
    Hagelstürme und Hochwasser mangels
    Regen glimpflich verliefen. Eigentlich
    kein Grund für höhere Raten – es sei
    denn, der Markttrend setzt sich durch.
    Somit kann man in der wichtigsten deut-
    schen Schadensparte, der Autoversiche-
    rung, schon jetzt eine Prognose für die Prä-
    mienentwicklung auch für Endkunden wa-
    gen. Die E+S Rück, in der das Deutsch-
    landgeschäft der Hannover Rück gebün-
    delt ist, rechnet für 2019 noch mit einem
    dicken Plus für die Autoversicherer. Im ver-
    gangenen Jahr hatte die Branche an je-
    dem Euro Beitrag 3,9 Cent verdient, in die-
    sem Jahr könnten es noch drei Cent, dann
    ein Cent werden, erwartet Andreas Kelb,
    zuständiger Manager der E+S Rück. „2019
    haben sich die Effekte durch eine niedrige-
    re Schadenfrequenz und höhere durch-
    schnittliche Schadenkosten ausgegli-
    chen“, sagt er. Im kommenden Jahr rech-


net er mit einer weniger stark sinkenden
Schadenfrequenz als zuletzt.
Rechnerisch wäre Raum für niedrigere
Prämien in der Autoversicherung. In der
Teilkasko rechnet Kelb mit einer durch-
schnittlichen Reduktion um 1,8 Prozent.

Haftpflicht und Vollkasko dürften im
Preis unverändert bleiben. Erst im kom-
menden Jahr vermutet er einen Anstieg
der Prämien um drei Prozent. Andere be-
obachten wieder erste Anzeichen eines
Preiskampfs. Neue Wettbewerber wie die

Insurtechs mit zum Teil großen Kosten-
vorteilen drängen auf den Markt. Die tra-
ditionellen Anbieter wollen keine Markt-
anteile verlieren. „Aus unseren Gesprä-
chen, die wir mit unseren Kunden führen,
wissen wir das“, sagt Swiss-Re-Manager
Reichelt. Die Versicherer hätten gelernt,
ihre Kostenstrukturen zu verbessern – zu-
mal die digitalen Sachversicherer mit
sehr viel geringeren Fixkosten arbeiten.
Aber die technische Umsetzung sei
schwierig. „Der Markt tut sich schwer,
große technische Innovationen voranzu-
bringen. Spieler, die schneller sind, set-
zen die anderen unter Druck.“
Auch wenn man die Munich Re fragt,
kann man kein eindeutiges Trendthema
herausfiltern. Erkennbar ist, wie beherr-
schend Technik für das Rückversiche-
rungsgeschäft geworden ist: um schneller
Schäden zu begleichen, um präziser den
finanziellen Aufwand eines Ereignisses
abzuschätzen oder als neue Schadenklas-
se. „5G ermöglicht neue Fähigkeiten, Ge-
schäftsfelder zu vernetzen“, sagt Doris
Höpke, Vorstandsmitglied der Munich
Re. „Investitionen in IT-Sicherheit wer-
den also zunehmen.“ In einem stark wach-
senden Markt für Cyberversicherungen
will der Rückversicherer seinen globalen
Marktanteil von rund neun Prozent kon-
stant halten. In Europa erwartet sie inner-
halb von zwei bis drei Jahren eine Ver-
dopplung des Prämienvolumens. „Wir er-
leben eine Verlagerung der Risiken von
materiellen zu immateriellen Vermögens-
werten“, sagt Jan-Oliver Thofern vom
Rückversicherungsmakler Aon. Darauf
müssten Versicherer und Rückversicherer
mit ihren Produkten reagieren.
In den vergangenen zwei Jahren ist das
Thema Waldbrände in den Vordergrund
gerückt, weil immer höhere versicherte
Werte in Gefahrenregionen entstanden
sind. Immer häufiger bemüht sich die Mu-
nich Re, eigene Daten, Daten der Kunden
und wissenschaftliche Daten zu verknüp-
fen, um neue Risiken versicherbar zu ma-
chen. „Geschwindigkeit ist wichtig, um
Produkte zu schaffen, die Kundenbedürf-
nisse erfüllen“, sagt Höpke. Heute gesche-
he das innerhalb von zwei bis vier Mona-
ten statt früher in einem Jahr oder mehr.

In der Autoversicherung wächst wieder der Druck


Rückversicherer sehen Tendenzen eines neuen Preiskampfes / Branche hofft auf höhere eigene Preise


ham.FRANKFURT, 21. Oktober.Für
die M-Bank, Tochtergesellschaft der
Commerzbank, gibt es offenbar einige
Kaufinteressenten. Am Montag sagte
etwa Zbigniew Jagiello, der Chef der
größten polnischen Bank PKO, die
dem Staat gehört, recht unverholen:
Sollte die M-Bankoffiziell auf den
Markt kommen, werde PKO aller Vor-
aussicht nach den Hut dafür in den
Ring werfen. Auch von den polnischen
Banken PZU und Pekao dürfte es Kauf-
interesse geben, denn auch sie werden
vom Staat kontrolliert. Die gerade in
Parlamentswahlen bestätigte rechtsna-
tionale Regierung wünscht sich
schließlich eine stärkere staatliche Be-
teiligung auf dem Bankenmarkt. Die
M-Bank, die derzeit an der Börse War-
schau umgerechnet 3,8 Milliarden
Euro wert ist, wäre insofern eine Gele-
genheit. „Wenn schon so ein Institut
auf den Markt kommt, dann sollten
auch Banken aus Polen daran interes-
siert sein“, hatte der polnische Finanz-
minister Jerzy Kwiecinski vor kurzem
gesagt. Allerdings wird erwartet, dass
auch ausländische Banken, allen voran
die Erste Bank der österreichischen
Sparkassen, aber auch Santander, ING,
BCP und BNP Paribas für die M-Bank
bieten werden. In Osteuropa sind aber
viele Leute auf westeuropäische Ban-
ken nicht gut zu sprechen, weil sie in
der Finanzkrise ihre Kreditvergabe in
der Region sehr eingeschränkt haben.
Außerdem haben sie in großem Stil Pri-
vatleuten zur Baufinanzierung riskan-
te, aber zinsgünstige Kredite in Schwei-
zer Franken verkauft. Auch die
M-Bank sitzt auf politisch heiklen Fran-
ken-Forderungen im Volumen von um-
gerechnet rund 3,4 Milliarden Euro.
Ende September hatte die Commerz-
bank entschieden, ihren Anteil von 69
Prozent zu verkaufen, obwohl die
M-Bank beständig mindestens 20 Pro-
zent zum Konzerngewinn beiträgt.
Doch die Commerzbank will Reserven
heben, um den Konzernumbau hin zu
einer digitaleren und besser über das
Smartphone zu erreichenden Bank zu
beschleunigen. Quelle: Hannover Re / F.A.Z.-Grafik Walter


Autoversicherer sind wieder profitabel

2008 2009 2010 2011 2012 2013

–0,4
–0,7

–1,5 –1,6

–0,6

–1,1

2014 2015 2016 2017 2018 2019
Prognosen

2020

0,8
0,5
0,2

0,5

1,1
0,8

0,3

–1,8
–3,5

–7,7 –7,6

–2,7
–4,6

3,1
1,9 0,9 1,9

3,9
3,0
1,0

Ergebnis in Milliarden Euro

Ergebnis in Prozent
der Beitragseinnahmen

Die Vermögen in aller


Welt wachsen trotz


Handelskonflikten um


2,6 Prozent auf 360


Billionen Dollar. Mehr


von dem Vermögen


entfällt jetzt auf Frauen.


M-Bank der


Commerzbank


lockt Polen


Der jüngste Taifun in Japan beschäftigt die Rückversicherer weiter. Foto dpa


Mehr als eine Million zusätzliche Millionäre


In Amerika leben die meisten Reichen
mit einem Vermögen von mehr als 50 Millionen Dollar

Vereinigte Staaten 80510
China 18130
Deutschland 6800
Großbritannien 4640
Indien 4460
Frankreich 3700
Kanada 3530
Japan 3350
Russland 3120
Hongkong 3100

Quelle: Credit Suisse Research Institute / Foto Getty / F.A.Z.-Grafik Brocker Hafen in Auckland, Neuseeland

Reiche Amerikanerinnen
in Forbes-400-Liste geführt

Vermögen geerbt

Vermögen selbst erworben

1990 95 00 05 10 15 2018

Durchschnittsvermögen in Deutschland
in tausend Dollar je Erwachsener

2000

0

25

50

75

100

125

150

175

200

225

2010 2018

217

Zusammensetzung
2018

Schulden

Finanz-
vermögen Immobilien
104 143

31

0

10

20

30

40

50

60

70

80
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