Deutsch Perfekt - 11.2019

(Marcin) #1
64 KULTURTIPPS Deutsch perfektDeutsch perfekt 12 X // 2017 2017

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Geburtsstunde


100 Jahre Hamburgische Sezession: Die Stadt an der Elbe feiert mit drei großen Ausstellungen


eine wichtige Künstlergruppe, die es nur 14 Jahre gab.


H


amburg war immer eine
Handelsstadt. Und das auch
schon im Jahr 800. Zu dieser
Zeit stand dort, wo heute
das Stadtzentrum ist, die
Hammaburg. Die wurde schnell zu einem
wichtigen Ort für den Handel. Später war
Hamburg Teil einer wirtschaftlichen Alli-
anz zwischen verschiedenen Städten: der
Hanse. Noch heute heißt die Hafenstadt
an der Elbe deshalb „Freie und Hanse-
stadt“. Die Kunst hatte es in der Handels-
metropole aber lange schwer.
Im Sommer 1919 änderte sich dann et-
was. Eine Gruppe von Künstlern gründe-
te die Hamburgische Sezession. Sie woll-
ten nach dem Ende des Ersten Weltkriegs
endlich in Richtung Moderne gehen. Die

Künstlergruppe startete in der Hanse-
stadt ein Netzwerk, in dem Ausstellun-
gen, Diskussionen und Feste möglich wa-
ren. Auch Architekten und Schriftsteller
waren dabei. Es gab Künstlerzeitschriften
und modernes Theater. Künstler konnten
sich mit Historikern, Galeristen und Mu-
seumsdirektoren treffen. Das Jahr 1919
ist deshalb die Geburtsstunde der Ham-
burger Kunstszene.
Die 52 Mitglieder der Hamburgischen
Sezession waren Künstler wie Eduard
Bargheer, Fritz Flinte, Alma del Banco
oder Anita Rée. Viele Mitglieder wurden
aber mit der Zeit vergessen. Denn nach-
dem die Nationalsozialisten regierten,
verließen viele das Land. Die Gruppe gab
es bis zum 16. Mai 1933. Sie löste sich auf,

die H„ndelsstadt, ¿e
, Stadt, in der viele
Waren gekauft und verkauft
werden

die H„nse
, früher eine Organisation,
in der sich mehrere Städte
gegenseitig beim Handel
unterstützten

gr•nden
, starten

das N¡tzwerk, -e
, hier: Gruppe von Per-
sonen, die sich gegenseitig
unterstützen

die K¢nstszene, -n
, ≈ alle Menschen, die im
Kunstsektor arbeiten

verl„ssen
, weggehen und nicht
mehr zurückkommen

s“ch auflösen
, hier: aufhören, da zu sein

Panther heißt dieses
Bild von Franz Breest,
das im Jenisch Haus
zu sehen ist.

AusstellungenMITTEL


Fotos: Sammlung Wendt-Bendig, Hammoor/SHMH; © Papa Löwe Filmproduktion/Warner Bros.
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