KULTURTIPPS 65
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Für Kinder
und Eltern
Vor mehr als 40 Jahren hat sich der Autor
und Illustrator Janosch eine Geschichte
ausgedacht, die viele Kinder und Eltern
noch heute lieben: Oh, wie schön ist Panama
heißt das Buch, in dem sich der kleine Bär
und der kleine Tiger auf den Weg in das
Paradies Panama machen. Sie finden es
schließlich bei sich zu Hause. Auch ande-
re Figuren von Janosch wie die Tigerente
sind berühmt. Das Buchheim Museum
in Bernried bei München macht zu dem
Künstler, der 1931 als Horst Eckert ge-
boren wurde, nun die Retrospektive „Ja-
nosch und seine glücklichen Kinder“ (bis
3.11.). Die Ausstellung zeigt auch, wie aus
Janoschs Büchern Filme wurden.
Malen mit viel Gefühl
als die Nazis jüdische Mitglieder in der
Hamburgischen Sezession verboten.
Zum 100. Jubiläum erinnert sich Ham-
burg mit drei Ausstellungen an die Künst-
lergruppe. Im Jenisch Haus ist bis zum
- Januar die Ausstellung „Tanz des Le-
bens“ zu sehen. Diesen Titel trug auch
die erste Ausstellung der Sezession, die
am 14. Dezember 1919 in der Hamburger
Kunsthalle Premiere hatte.
Die Ausstellung im Jenisch Haus will
die vielen künstlerischen Facetten der
Gruppe zeigen. Es sind deshalb sehr
unterschiedliche Bilder, Grafiken und
Skulpturen zu sehen. Manche davon wur-
den vorher noch nie öffentlich gezeigt.
Stilistisch orientierte sich die Hambur-
gische Sezession am Expressionismus
und an der Neuen Sachlichkeit, Ende
der 20er-Jahre kam dann ein eigener Stil.
Typisch für ihn waren kräftige, lineare
Elemente und fließende Konturen. Die
Künstler kombinierten außerdem Ab-
straktion mit Realismus.
Auch das Museum für Kunst und Ge-
werbe Hamburg beschäftigt sich bis März
mit der Hamburgischen Sezession. „‚Ein
lebendiges Museum ...‘ Max Sauerlandt
und die Hamburgische Sezession“ heißt
die Ausstellung. Sauerlandt war von 1919
bis 1933 Direktor des Museums. Er half
den Sezessionskünstlern. Dass er ein
wichtiger Mann für die Kunstszene die-
ser Zeit war, zeigen auch die Porträts von
ihm, die verschiedene Sezessionskünstler
gemalt haben.
Und auch die Hamburger Kunsthalle,
in der vor 100 Jahren die erste Sezessions-
ausstellung stattfand, macht eine Son-
derausstellung. Unter dem Titel „100
Jahre Hamburgische Sezession“ stellt das
Museum bis zum 5. Januar Arbeiten der
Gruppe verschiedenen Werken der eu-
ropäischen Moderne gegenüber. Gezeigt
werden 40 Bilder und Skulpturen von
40 Sezessionsmitgliedern. Die Kunsthal-
le feiert in diesem Jahr selbst auch einen
Geburtstag: Sie wurde vor 150 Jahren
gegründet. Deshalb beschäftigt sich die
Ausstellung „Beständig. Kontrovers.
Neu. Blicke auf 150 Jahre“ (bis 10.11.) mit
der eigenen Geschichte dieses wichtigen
Kunstmuseums. Ana Maria Michel
Deutsch perfekt 11 / 2019
Vorlagen „bmalen
, malen und dabei Model-
le imitieren
gehören zu
, ≈ ein Teil sein von
die Atemübung, -en
, Übung, bei der man
speziell ein- und ausatmet
(einatmen
, Luft holen)
die Sk“zze, -n
, ≈ Bild; Plan
das Tagebuch, ¿er
, Buch oder Heft, in das
man jeden Tag schreibt,
was man denkt oder was
passiert ist
eigen
, hier: ≈ speziell
s“ch ausdenken
, sich überlegen
der Bär, -en
, großes, braunes Tier, das
im Wald lebt, z. B. in Kanada
und Alaska
das Paradies, -e
, hier: besonders schöner
und angenehmer Ort
s“ch auf den Weg m„chen
, m losgehen
die Figur, -en
, hier: fiktiver Charakter
die Tigerente, -n
, Fantasiefigur von
Janosch: Wasservogel aus
Holz, der dicke, schwarze
Linien hat, ähnlich wie ein
Tiger (s. Bild)
Die Schüler von Johannes Itten (1888 - 1967) sollten nicht nur
ohne viel nachzudenken Vorlagen abmalen, sondern auch ihre
subjektiven Gefühle in ihre kreative Arbeit bringen. Der Schwei-
zer Künstler unterrichtete neben anderen Dingen am Bauhaus
in Weimar (siehe Deutsch perfekt 4/2019) und orientierte sich
an der Reformpädagogik. Zu seinem Unterricht gehörten des-
halb Atem- oder Rhythmusübungen. Auch in seinen eigenen
Arbeiten wollte Itten die Kunst und das Leben miteinander
kombinieren. Die Ausstellung „Johannes Itten. Kunst als Le-
ben“ (bis 2.2.) im Kunstmuseum Bern stellt zum ersten Mal sei-
ne persönlichen Skizzen- und Tagebücher ins Zentrum. Darin
beschäftigte Itten sich mit Kunsttheorie. Er überlegte sich zum
Beispiel eine eigene Farbenlehre. Aber auch über Themen wie
die Atemlehre hat sich der Schweizer viele Gedanken gemacht.
jüdisch , von: der Jude =
Person, deren Religion die
Thora als Basis hat
verbieten , L erlauben
tragen , hier: haben
die K¢nsthalle, -n
, Museum
die Neue S„chlichkeit
, hier: Stilrichtung mit
sozialkritischen Themen
und realistischen Motiven
(die Stilrichtung, -en
, Stil; Trend)
kræftig , von: Kraft
fließend
, hier: nicht deutlich
das Gew¡rbe, -
, hier: künstlerische
Handarbeiten
leb¡ndig , hier: interes-
sant; dynamisch
das Porträt, -s franz.
, hier: gemaltes Bild, das
eine Person zeigt
die S¶nderausstellung, -en
, spezielle Ausstellung
¢nter , hier: ≈ mit
gegenüberstellen
, hier: zusammen in einer
Ausstellung zeigen und
dadurch den Kontrast da-
zwischen deutlich machen
das W¡rk, -e , hier: alle
Produkte eines Künstlers
bestændig , so, dass sich
etwas nicht oft ändert
kontrov¡rs , hier: so,
dass es viele unterschiedli-
che Meinungen dazu gibt