l„nden
, hier: ungeplant
ankommen
die Siedlung, -en
, hier: Stadtviertel mit
speziellen Häusern
der Hændler, -
, Person, die im Einkauf/
Verkauf arbeitet
das Kreuzfahrtschiff, -e
, großes Schiff für eine
Urlaubsreise
das R¡ttungsboot, -e
, spezielles, kleines Schiff:
Damit bringt man Passagie-
re in Sicherheit, z. B. wenn
ein anderes Schiff einen
Notfall hat.
s“ch beschæftigen m“t
, hier: ≈ studieren;
untersuchen
aufmerksam sein für
, hier: achten auf
gar n“cht
, ≈ sicher nicht
der W“nkel, -
, hier: Perspektive von
einer speziellen Stelle aus
unterwegs sein
, hier: fahren
die Ausgabe, -n
, hier: Exemplar; Heft
dabei haben
, mitgebracht haben
seitdem
, hier: seit dieser Zeit
mal ..., mal ...
, hier: einmal ... und dann
wieder ...
aufregend
, L langweilig
beeindruckend
, hier: so, dass es sehr
gut gefällt
“m K¶pf bleiben
, in Erinnerung bleiben
motivieren
, hier: Lust machen
die K“ndheit, -en
, Zeit: Man ist ein Kind.
das Ziel, -e
, hier: Resultat: Das will
man erreichen.
einen Vortrag h„lten
, hier: vor Publikum spre-
chen und eine Präsentation
zeigen
Schon vor
500 Jahren
kann man in
Nagasaki sehen:
Die Welt wird
internationaler.
Im März besucht der Professor einen
Sprachkurs in Mannheim. Dort empfiehlt
ihm eine Lehrerin Deutsch perfekt. Es
gefällt ihm sofort. „Ich versuche, jede Aus-
gabe zu bekommen. Dann lese ich sie von
Anfang bis Ende – auch die Anzeigen“,
sagt Aydıngöz und lacht. Deshalb nimmt
er auf seine Reisen meistens nicht nur das
aktuelle Heft mit. Oft hat er auch mehrere
ältere Ausgaben dabei.
Das hilft ihm nicht nur beim Deutsch-
lernen. Es hilft ihm jetzt auch in Japan, im
Hafen von Nagasaki. Aydıngöz hat näm-
lich das richtige Heft dabei. Das Heft mit
der Spectrum of the Seas. Er nimmt es heraus
und macht ein Foto: das Schiff im Maga-
zin und das wirkliche Schiff. Und am Ho-
rizont die große Megami-Brücke.
Die Spectrum of the Seas ist am 23. April
das letzte Mal in Europa, im Hafen von
Piräus in Griechenland. Über den Suez-
Kanal, Dubai, Mumbai, Singapur und
auch Hongkong kommt sie am
- Juni nach Japan, nach Kobe.
Seitdem fährt sie zwischen
China und Japan hin und her.
Mal ist sie in Yokohama, mal
in Shanghai. Oder in Nagasaki.
Für Aydıngöz ist es „sehr
aufregend und beeindru-
ckend“, die Spectrum of the Seas
zu sehen. Der türkische Professor. Der
japanische Hafen. Das amerikanische
Schiff. Die deutsche Werft. Und das deut-
sche Sprachmagazin. Die Kombination ist
wirklich ein großer Zufall. „Es zeigt auch,
dass die Bilder und Artikel von Deutsch
perfekt sehr relevant sind und den Le-
sern im Kopf bleiben“, findet Aydıngöz.
Der Zufall ist auch so groß, weil der
Professor noch nicht lange Deutsch lernt.
Erst vor circa einem Jahr fängt er damit
an. Seine Kinder lernen die Sprache in der
Schule. Das motiviert ihn, sich auch damit
zu beschäftigen. Aber der 54-Jährige hat
seit seiner Kindheit keine Fremdsprache
mehr gelernt. „Am Anfang war es nicht
einfach. Aber mit der Zeit merkt man:
Deutsch ist logisch“, sagt der Professor.
Und Aydıngöz hat ein Ziel: Bald möch-
te er in Deutschland einen Vortrag halten.
Auf Deutsch. Denn die Welt ist ein klei-
ner Ort. Guillaume Horst
davor war die Stadt wichtig. 1543 landet
dort ein portugiesisches Schiff, wegen
starker Winde. Es bringt wahrscheinlich
die ersten Europäer nach Japan. „Danach
war Nagasaki der erste japanische Ort, in
der Europäer eine Siedlung konstruieren
durften“, erklärt Aydıngöz. Portugiesische
Händler und christliche Missionare ma-
chen Nagasaki zu ihrem Zuhause. Schon
vor 500 Jahren ist in Nagasaki zu sehen:
Die Welt ist ein kleiner Ort.
Aydıngöz interessiert sich sehr für die
Kultur und die Historie von Nagasaki. Er
besichtigt die Stadt und geht zum Hafen.
Dort sieht er ein großes Kreuzfahrtschiff.
Es fährt langsam aus dem Hafen. Der Pro-
fessor sieht die gigantische Silhouette.
Die weiß-blaue Farbe des Schiffs. Die gel-
ben Rettungsboote. Und er denkt sofort:
„Dieses Schiff kenne ich!“
Als Radiologe beschäftigt sich Aydın-
göz beruflich viel mit Bildern. Er glaubt:
Deshalb ist er „vielleicht ein
bisschen aufmerksamer für
Details auf einem Bild“ als die
meisten Menschen.
Sechs Tage davor ist er am
Hafen von Lissabon gewesen.
Hat er das Schiff in Portugal
gesehen? Nein, so schnell kann
es nicht vom Atlantik in den
Pazifik gefahren sein. Aus seiner Heimat-
stadt kennt er den Giganten auch nicht.
Die türkische Hauptstadt liegt auch gar
nicht am Meer. Er liest den Namen des
Schiffes. Es wird noch komischer: Auch
den kennt er.
Plötzlich weiß Aydıngöz, wo er das
Schiff gesehen hat: Es war in Deutsch
perfekt! Der Gigant ist die Spectrum of the
Seas. Vor ein paar Monaten war es in sei-
nem Sprachmagazin zu sehen, als Deutsch-
land-Bild (siehe Deutsch perfekt 6/2019).
„Der Winkel, in dem ich das Schiff
gesehen habe, war fast der gleiche wie
auf dem Foto. Deshalb habe ich schnell
gewusst, woher ich es kenne“, erzählt Ay-
dıngöz. Auf dem Bild im Magazin ist die
Spectrum of the Seas aber nicht in Nagasaki.
Sie ist auf einem kleinen Fluss in Nieder-
sachsen unterwegs, auf der Ems. Von dort
aus fährt sie in die Nordsee. Die Welt ist
ein kleiner Ort.
Deutsch perfekt 11 / 2019 GLOBALISIERUNG 75
eZweimal im Bild: die Spectrum of
the Seas in Deutsch perfekt und
im Hafen von Nagasaki.