Focus - 06.09.2019

(singke) #1
Foto: Zoo Berlin/Zoologischer Garten Berlin/dpa

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Teilzeitmutter
Muttertier Meng Meng lässt
ihre Jungen an ihre Zitzen,
aber die Betreuer füttern zu.
Vor allem das größere,
186 Gramm schwere (hier im
Bild), soll viel Hunger haben Hat der Mensch ein Tier
lieb gewonnen, kümmert
er sich aufopfernd um die
Kreatur. Nach Millionen
Euro Leihgebühren an
China, künstlicher Be-
fruchtung und engma-
schiger Schwangeren-
vorsorge kam vor einer
Woche erstmals in
Deutschland ein Großer
Panda zur Welt – plus
Zwilling. Mit Brutkasten,
sterilen OP-Kitteln und
Spezialnahrung arbeiten
Pfleger und Veterinäre
nun wie in einer Neuge-
borenenstation.
Die Fotos von den 136
und 186 Gramm leichten,
so gar nicht pandaartig
aussehenden Jungtieren
offenbaren eine Galavor-
stellung der Evolution.
Bei kaum einem anderen
höheren Säugetier liegen
das Gewicht bei der
Geburt und jenes reifer
Tiere so weit auseinan-
der. Mutter Meng Meng,
6, ist etwa 600-mal
schwerer als ihr Nach-
wuchs, dessen Ge-
schlecht noch nicht
erkennbar ist. Beim Men-
schen beträgt das Ver-
hältnis im Normalfall
eins zu 20 bis 30.
Ein Grund für den Ent-
wicklungsrückstand
dürfte die Ernährung sein.
Große Pandas sitzen viel
und fressen protein-
armen Bambus. Das ver-
langsamt Stoffwechsel
und Sauerstoffaus-
tausch. So haben es
Panda-Föten eilig, nach
20 Wochen auf die Welt
und an ausreichend Luft
zu gelangen.n


KURT-MARTIN MAYER

Stars are


born


Berlin

FOTOS DER WOCHE

Blauer OP-Kittel
Ein Teil der medizinischen
Ausrüstung soll leihweise aus der
Berliner Universitätsklinik Charité
stammen. Auch sind zwei Panda-
Fachleute aus China angereist

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