Z
u Beginn des Jahrtausends veröffent
lichte Bill Joy, damals Chefentwickler
bei Sun Microsystems, einen düsteren
Aufsatz. Unter dem Titel «Why the future
doesn’t need us» postulierte er die These,
dass die Computer den Menschen überflüssig
machen werden. Das Schicksal der Mensch
heit, warnte Joy, übergäben wir der «Gnade der
Maschinen».
So weit ist es glücklicherweise nicht gekom
men. Doch die rasanten Fortschritte in der
Entwicklung der künstlichen Intelligenz sind
ebenso faszinierend wie beängstigend.
In unserer Titelgeschichte, «Unheimliche
Intelligenz» (ab Seite 12), zeigen Raphael
Brunner und Peter Johannes Meier, wo künst
liche Intelligenz bereits heute eingesetzt wird,
wo sie uns bei der Erfassung komplexer Auf
gaben hilft, aber auch, wo sie unsinnige und
gefähr liche Entscheidungen provoziert.
Die Schweiz ist vorne mit dabei. Und das Thema
ist zentral für uns alle. Unser Land ist in vielen
Gebieten der entsprechenden Forschung welt
weit vorne mit dabei. Zu nennen sind etwa die
Bereiche Robotik, Drohnensteuerung, Block
chain, künstliches Superhirn. Fürs Hochlohn
land Schweiz bieten sich dadurch Chancen
für qualitativ hochwertige Arbeitsplätze und
für eine starke Positionierung in der globalen
Wirtschaft.
Aber nicht nur das. Bereits am 29. Juli, so
früh wie nie zuvor, erreichte die Welt den so
genannten Earth Overshoot Day, den Tag, an
dem wir die Ressourcen fürs ganze Jahr schon
verbraucht haben. Das Rezept des permanen
ten Wachstums führt damit immer deutlicher
sichtbar zu einem ökologischen Kollaps.
Weil die Steuerung der verschiedensten
Einflussfaktoren unüberschaubar geworden
ist, kommt die Führung durch wirtschaftliche
Grossmächte mit ihren Eigeninteressen
zwangsläufig an ihre Grenzen. Denn komplexe
Systeme wie etwa unser Hirn, genauso wie
die Natur und unsere Gesellschaft, sind keine
hierarchisch strukturierten Gebilde, sondern
netzwerkartige, sich selber optimierende
Organismen. Sie sind selbstregulierend und
verfügen über eigene Feedbackschlaufen und
Korrekturmechanismen. Revolutionen, Kriege
und durch kurzsichtiges Denken verursachte
Naturkatastrophen sind tragische Folgen sol
cher systembedingter Anpassungen und ziehen
sich durch die ganze Geschichte.
Wir brauchen ein neues Denken. Um die an
stehenden globalen Herausforderungen
meistern zu können, brauchen wir ein tieferes
Verständnis möglichst aller Wirkmechanismen
im komplexen System der bestehenden Welt.
Und eine fundamental andere Herangehens
weise zur Organisation unseres Wirkens auf
dem Planeten.
Künstliche Intelligenz ist deshalb auch
eine Chance. Sie kann uns helfen, objektivere
Lösungsansätze zu finden, die sich nicht an
Partikularinteressen orientieren, sondern
das wichtigste Ziel im Fokus haben: das best
mögliche Leben und Überleben auf unserer
Erde zu garantieren.
Edition
«Stressfrei abnehmen.
Ohne Diät zum gesun-
den Wohlfühlgewicht»:
Unter diesem Titel
entlarvt der Präventiv-
mediziner und Ernäh-
rungswissenschaftler David Fäh
ungesunde Dickmacher und Diätlügen.
Im Beobachter-Ratgeber stellt er Ziele
und Massnahmen zur gesunden und
nachhaltigen Gewichtsreduktion vor.
Über 500 wissenschaftlich fundierte
Tipps animieren zu einem linienbewuss-
ten Einkaufs-, Ess- und Bewegungsver-
halten, das auch Platz für Genuss lässt.
Siehe beobachter.ch/buchshop
Beobachter.ch
Medikamente Experten sind
sich einig: Die meisten Arzneien
kann man auch nach dem Ver-
fallsdatum noch benutzen, denn
sie sind weiter wirksam. Doch
wann muss man welche Medi-
kamente wirklich entsorgen?
beobachter.ch/medikamente
UPC Der Kabelnetzbetreiber
verlangt von bisherigen Kunden
eine Kopie der ID, wenn sie
einen neuen Handyvertrag ab-
schliessen wollen. Warum ist das
nötig – und wieso kommt dabei
der Pöstler ins Spiel?
beobachter.ch/upc
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NEWSAUS DER BEOBACHTER-WELTwww.guider.ch/mitglied
Chefredaktor
Andres Büchi,
«Künstliche
Intelligenz
kann uns
helfen, bei
komplexen
Problemen
Antworten
zu finden.»
Eine Chance für die Erde
EDITORIAL