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it einem Seufzen sperr-
te Svenja die Tür auf.
Sie hätte mit dem Aus-
räumen der Wohnung ihrer Mutter
gerne noch ein wenig gewartet,
aber die Nachmieter wollten so
bald wie möglich einziehen.
Sie hängte ihre Jacke an die Gar-
derobe und betrat das Wohnzim-
mer. Die Luft roch ein wenig ab-
gestanden, aber sonst war noch
alles so, als ob Mama noch lebte.
In der Regalwand stand ein Foto,
auf dem sie mit ihrer Mutter zu se-
hen war. Das nahm sie in die Hand
und betrachtete es lange. Auf die-
ser Aufnahme war sie selbst noch
ein Kind, ihre Mutter etwa 26 Jah-
re alt. Eine hübsche Frau mit dunk-
len Locken und braunen Augen.
Das Gesicht schmal, die Lippen
voll. Svenja hingegen hatte blaue
Augen und ein rundes Gesicht.
Vermutlich sah sie ihrem Vater
ähnlich. Aber wer ihr Vater war,
wusste sie nicht. So sehr Svenja
auch darum gebeten hatte, ihre
Mutter hatte nie ein Wort über ihn
verlauten lassen. In ihrer Geburts-
urkunde stand ‚Vater unbekannt‘.
Und jetzt war Mama tot, ganz
plötzlich an Herzversagen gestor-
ben. Sie hatte ihr Geheimnis mit
ins Grab genommen, und Svenja
würde ihren Vater wohl niemals
kennenlernen! Oder ob sich hier in
ihrem Nachlass ein Hinweis fand?
̈
Es klingelte. Svenja stellte das
Foto ins Regal zurück und ging
öffnen. Irene, die Schwester ihrer
Mutter, trat ein und küsste die
Nichte auf beide Wangen. „Hast
du schon angefangen?“, fragte sie.
„Nein, ich bin selbst erst gerade
gekommen. Sollen wir zuerst die
Kleider aussortieren?“, fragte sie.
Svenja findet im
Nachlass ihrer kürzlich
verstorbenen Mutter ein
Foto, auf dem diese mit
drei Männern zu sehen
ist. Auf der Rückseite
steht: Ich mit Rudolph,
Martin und Friedolin.
Und einer davon könnte
Svenjas Vater sein!
Entschlossen forscht sie
nach – und verliebt sich
in Joris. Aber der ist ihr
Halbbruder, oder?
Du solltest meinen
Vater kennenlernen
Bitte umblättern!
von Friederike Costa
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Foto: Thinkstock