Sean Bratches
„Die besten Jahre liegen noch vor uns“
Sean Bratches, 59, verbrachte
sein Berufsleben beim Sportsen-
der ESPN. An der Spitze der For-
mel 1 verantwortet er das Mar-
keting.
Herr Bratches, seit 30 Monaten
besitzt der US-Medienkonzern
Liberty die Formel 1. Was ist der
Kern Ihrer Strategie?
Es geht darum, für ein besseres
Spektakel zu sorgen. Im Mittel-
punkt jeder Unterhaltung hier
im Management steht der Fan.
Wenn wir bessere Möglichkeiten
für ihn in der Zukunft sehen, ge-
hen wir zurück in die Gegenwart
und arbeiten daran. Und
schließlich brauchen wir ein
besseres wirtschaftliches Modell
für diesen Sport, damit er nach-
haltig Erfolg hat.
Der Vorbesitzer Bernie Eccle-
stone erklärt öffentlich, Liberty
habe nur eine Bilanz gekauft
und stelle nun fest, dass es viel
schwieriger als gedacht sei, Din-
ge zu verändern.
Wir sind sehr glücklich damit,
ein irgendwie anachronistisches
Businessmodell in ein Unterneh-
men des 21. Jahrhunderts zu
entwickeln. Wir haben hier eine
Motorsportfirma vorgefunden,
die in technischen Fragen hoch-
innovativ war, ökonomisch aber
wenig zu bieten hatte. Viele Ein-
nahmequellen sind immer noch
völlig unterentwickelt: das Li-
zenzgeschäft, digitale Kanäle,
Medienrechte, Sponsoring, der
Markt der Wetten.
Klingt nach einer langwierigen
Aufbauarbeit.
Als ich hierherkam, wusste ich
ehrlicherweise nicht, dass es
überhaupt kein Business gab.
Wir haben uns zum Beispiel
erstmals mit Forschung beschäf-
tigt und voriges Jahr eine Marke-
tingkampagne gestartet.
Die Formel 1 wird im kommen-
den Jahr 70. Ist sie dennoch ein
Start-up?
Irgendetwas zwischen Start-up
und Business-Turnaround. Die
Formel 1 ist ein ungeschliffener
Diamant. Liberty hat sie erwor-
ben, weil Livesport das einzige
Genre ist, das für ein großes Pu-
blikum sorgt. Und das wiede -
rum kann gut monetarisiert
werden.
Lohnt es sich am Ende wirk-
lich? In der Formel-1-Gruppe
fiel 2018 ein Verlust von 150 Mil-
lionen Dollar an. Für den Kauf
waren stolze 4,6 Milliarden Dol-
lar nötig.
Liberty ist keine Private-Equity-
Firma, die kauft und verkauft.
Gewisse Investments sind nun
einmal nötig, um das Geschäft
zu erschließen. Und wir stren-
gen uns an, aus der Formel 1 ei-
ne starke globale Medien- und
Entertainmentmarke zu ma-
chen. „Leicht packen, schnell
reisen“, ist unser Motto. Die bes-
ten Jahre liegen noch vor uns.
Die Fragen stellte Hans-Jürgen
Jakobs.
Der Marketingchef der Formel 1 setzt auf neue Erlösquellen auch im Digitalgeschäft.
schauerzahlen, der Umsatz aber
wächst. Es gibt etwa einen günstigen
Vertrag mit dem Pay-TV-Betrieb Sky.
Zudem schlagen neue Aktivitäten
im Internet zu Buche. Die Zahl der
„Unique Viewers“ stieg um zehn Pro-
zent auf 490 Millionen. Die Liberty-
Gesandten lassen nichts aus – von
Podcasts und Storys über Facebook,
Youtube, Instagram und Snapchat bis
hin zu einer E-Sports-Plattform. Ein
eigener Streamingdienst („F1 TV“)
kann genutzt werden, wenn nicht ge-
rade technische Probleme auftreten.
Auf Netflix läuft die zweite Staffel der
Serie „Formula One: Drive to Sur -
vive“.
Amazon verwertete Daten
Bratches: „Die Dynamik bei den Me-
dien bringt uns in eine einzigartige
Position.“ Anfallende Daten lässt er
mit Partner Amazon verwerten. Der
Fan (Durchschnittsalter: 39 Jahre) soll
besser verstanden werden. Die erleb-
ten die Renntour bislang als abgeho-
ben. Nun wird es kuscheliger, etwa
bei „Fan-Festivals“: Rennautos fahren
auf städtischen Prachtstraßen.
2020 kommen das holländische
Zandvoort und Hanoi in Vietnam als
Standorte dazu, womöglich scheidet
Hockenheim aus. Offiziell bleibt es
bei 21 Rennen. Die postulierte Idee
von 25 Rennen schossen die Teams
ab: zu viel Aufwand, zu viel Logistik.
Solche Rückschläge schrecken die
Liberty-Leute nicht. „Eine Reise
hängt nicht davon ab, wie man star-
tet“, philosophiert Hatches, „son-
dern wie man zurückkommt.“
Sean Bratches:
Zusammen mit Ross
Brawn und Chase
Carey lenkt der
Marketingchef die
Formel 1.
Action Plus/Getty Images
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MITTWOCH, 31. JULI 2019, NR. 145
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