National Geographic Germany - 03.2020

(backadmin) #1
Electa
„Exy“
Johnson

1909–2004

Segelte mit Ehemann
Irving siebenmal
um die Welt

1960 gehörte die panamaische
Anthropologin Reina Torres de
Araúz (u.) zur ersten Expedition,
die über den Tapón del Darién
zwischen Panama und Kolumbien
von Nord- nach Südamerika fuhr.
FOTO: AMADO ARAÚZ, MIT FREUNDLICHER
GENEHMIGUNG DER SAMMLUNG ARAÚZ


Eine Strecke einmal zum Mond
und zurück absolvierten Irving
und Electa Johnson (r.) in ihrem
Seglerleben.
Hier befahren die beiden Aben-
teurer den Nil in den frühen
Sechzigerjahren
FOTO: WINFIELD PARKS

„So eine Gelegenheit
bekommen wohl nicht
viele Mütter“, sagte
Exy. Sie bereitete das
Fleisch eines Pottwals
zu, den unser 18-jäh-
riger Sohn Arthur mit
der Harpune erlegt
hatte. Wir kreuzten
auf unserer sechsten
Weltumrundung in
20 Jahren in unserem
Zweimaster Yankee vor
den Galapagosinseln.

Diese Momentauf-
nahme stammt aus
dem Entwurf einer
Reportage, die Irving
und Electa („Exy“)
Johnson 1959 gemein-
sam für NATIONAL
GEOGRAPHIC schrie-
ben. Sie schildert den
Alltag der Seefahrerfa-
milie. Als sie ihre Segel
endgültig strichen, war
das Ehepaar auf zwei
Schiffen siebenmal um
die Welt gesegelt.
Für ihre Weltumrun-
dungen gab es einen
festen Ablauf: 18 Mo -
na ten auf See folgten
18 Monate an Land.
Weitere Reisen führten
sie ins Baltikum, den
Nil hinunter und durch
die Kanäle Europas,
wo Exy einige der vie-
len Sprachen, die sie

beherrschte, anwen-
den konnte. Sie betei-
ligten sich an der Suche
nach der verschollenen
Fliegerin Amelia Ear-
hart im Südpazifik. Das
Paar verfasste in über
40 Jahren auf See neun
Reportagen und zahl-
reiche Bücher. Und die
beiden drehten drei
Filme für die National
Geographic Society.
Irving starb 1991.
Als Exy ihm 2004 im
Alter von 95 Jahren
folgte, war sie einmal
zum Mond und zurück
gesegelt. In Los Ange-
les üben noch heute
Jugendliche an Bord
zweier Zweimaster
Teamwork und Pro-
blemlösung. Sie hei-
ßen, „Irving Johnson“
und „Exy Johnson“.

WEGBEREITERINNEN 121
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