National Geographic Germany - 03.2020

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JOCELYN


CRANE GRIFFIN


1909–1998

Assistentin der Bathysphären-
Expedition; erforschte
Winkerkrabben

ELSE


BOSTELMANN


1882–1961

Malte Meereslebewesen, die in
der Tiefsee entdeckt wurden

GLORIA


HOLLISTER


ANABLE


1900–1988

Stellte den Weltrekord für
den tiefsten Tauchgang
einer Frau auf

Aus Hunderten Meter Tiefe
beschrieb William Beebe
am Telefon Gloria Hollister
Anable (o. r. im Bathysphä -
ren-Hauptquartier auf den
Bermudas), was er sah. Auf
dem Schiff half Jocelyn
Crane Griffin (M.) bei der
Identifizierung der Meeres-
lebewesen. Später fertigte
Else Bostelmann (neben der
Tür) fantastische Zeichnungen
der Wesen an (l.).
FOTO: JOHN TEE-VAN (O.). ZEICH -
NUNGEN: ELSE BOSTELMANN (L.)

1930 wurden die Unterwasserforscher
William Beebe und Otis Barton in der
Nähe der Bermudainseln in einer win-
zigen Stahlkugel in den Atlantik hinab-
gelassen. Über Wasser kümmerte sich
ein Team von Wissenschaftlerinnen
darum, dass das gewagte neue Gerät,
Bathysphäre genannt, funktionierte.
Es war der erste ernsthafte Versuch
einer bemannten Tiefseeexpedition,
die bald darauf internationale Schlag-
zeilen machen sollte.
Auf dem Bootsdeck half die Labor-
assistentin Jocelyn Crane Griffin bei
der Bestimmung der Meereslebewe-
sen. Am Telefon saß Gloria Hollister
Anable, technische Leiterin am Insti-
tut für Tropenforschung der heutigen
Wildlife Conservation Society, die die
Mission unterstützte. Die Kabelver-
bindung zwischen der Kugel und dem
Schiff durfte nie unterbrochen werden.
Anable transkribierte Beebes Beobach-
tungen der Tiefseekreaturen und gab
Informationen über Tiefe, Uhrzeit und
Wetter durch. Während des gesamten
Gesprächs scherzten sie miteinander.
Sie und Griffin stiegen auch selbst in
die Kugel. Bei einem dieser Tauch-
gänge stellte Anable mit 368 Metern
den Rekord für den tiefsten Tauchgang
einer Frau auf.
Nach der Rückkehr aus der Tiefe
wurden Beebes Skizzen und Beschrei-
bungen an Else Bostelmann ins Labor
auf den Bermudas geschickt. Sie schuf
daraus dramatische Bilder. Zwar stieg
sie selbst nie in der Bathysphäre hi -
nab, setzte jedoch oft einen Taucher-
helm auf, band ihre Pinsel an eine
Palette mit Ölfarben und ging mit
ihrer Staffelei auf Tauchgang, um unter
Wasser zu malen und sich inspirieren

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