Persische
Premiere
Ein Jahr nach dem Ende der Sanktionen
erhielt der Iran sein erstes neu bestelltes
Verkehrsflugzeug. Den Anfang machte
ein Airbus A321.
N
och am Vorabend der
Übergabe in Toulouse
hatte Airbus ein Geheim-
nis daraus gemacht und den für die Jah-
res-Pressekonferenz angereisten Journa-
listen (siehe FLUG REVUE, Ausgabe
März) nur allgemein ein zusätzliches,
„besonderes Ereignis“ für den Nachmit-
tag des 11. Januar versprochen. Zu die-
Von SEBASTIAN STEINKE sem Zeitpunkt wurde die in Hamburg
gebaute und lackierte A321 noch sorg-
fältig in einem Hangar versteckt. Seit-
dem vor einem Jahr, nach dem Atomab-
kommen vom Juli 2015, die UN-Sanktio-
nen gegen den Iran aufgehoben wurden,
dürfen die Iraner im Westen auch wieder
neue Verkehrsflugzeuge kaufen.
Schnellstmöglich will der Iran seine
völlig veraltete Flotte modernisieren.
Deshalb jagen seitdem weltweit Flug-
zeughändler nach herrenlosen Jets, die
kurzfristig zur Lieferung bereitstehen,
wie die nun ausgelieferte, ursprünglich
für Avianca gebaute, aber nicht abge-
nommene A321-211. Neuflugzeuge der
begehrtesten Baureihen wie A321 zu or-
dern, bedeutet sonst jahrelanges Warten.
Airbus und Boeing sind ausverkauft.
Buchstäblich mit dunklen Augenrin-
gen und sichtlich erschöpft, aber glück-
lich, feierten die Verhandlungs- und Ab-
30 FLUG REVUE A pr i l 2017 http://www.flugrevue.de
Zivilluftfahrt
Erster Airbus A321 für den Iran