Die Welt Kompakt - 18.09.2019

(vip2019) #1

DIE WELIE WELIE WELT KOMPAKTT KOMPAKT MITTWOCH, 18. SEPTEMBER 2019 SPORT 29


Referenten, u. a.:

Dr. Cornelius Baur
Managing Partner, McKinsey & Company

Markus Essing
Managing Director, Philip Morris Germany & Austria

Joschka Fischer
ehem. Außenminister und Vizekanzler der Bundesrepu-
blik Deutschland, Geschäftsführender Gesellschafter,
Joschka Fischer & Company

Helmut Schleweis
Präsident, Deutscher Sparkassen- und Giroverband

Dr. Rolf Martin Schmitz
Vorstandsvorsitzender, RWE AG

Arnd Schwierholz
CFO, FlixBus

Prof. Dr. Marion A. Weissenberger-Eibl
Leiterin, Fraunhofer-Instituts für System und
Innovationsforschung ISI

Transformation – Wo wir stehen, was wir wissen und
was wir zu tun haben.

Der grundlegende Wandel ist unser ständiger Begleiter geworden – auch in der Wirtschaft.
Ob vom Konsumenten gewollt, vom internationalen Wettbewerb erzwungen oder von
politischer Regulierung vorgegeben: Zahllose Unternehmen müssen sich in vielem ändern,
damit manches so bleiben kann, wie es ist. Transformationen von Unternehmen und ganzen
Branchen sind gewaltige Herausforderungen, die aber in der öffentlichen Alltagsdebatte
zu kurz kommen.


  1. Oktober 2019 ab 9.00 Uhr, Berlin


Veranstalter: Partner:

JETZT ANMELDEN
Sichern Sie sich Ihre exklusive Teilnahme unter [email protected].
Anmeldeschluss ist der 18. Oktober 2019.

ANZEIGE

E

s dauerte lange, bis
sich Schiedsrichter
Sven Jablonski ent-
schieden hatte. Er hol-
te sich den Rat des Videoschieds-
richters ein und hörte auf seinen
Assistenten, bis er sich festlegte.
Das Tor von Lukas Hinterseer im
Hamburger Derby zählte nicht.
Es wäre das 1:1 für den Hambur-
ger SVgewesen. So blieb der Fa-
vorit torlos und verlor beim FC
St. Pauli verdient mit 0:2.
Die diskussionswürdigste
Szene des Derbys passierte in
der 43. Minute. Bakery Jatta
spielte mit HSV-Verteidiger
Rick van Drongelen auf der lin-
ken Seite einen Doppelpass.
Der Ball flog in Richtung
Grundlinie, Jatta erreichte ihn
noch und flankte in St. Paulis
Strafraum. Dort drückte Hin-
terseer ihn zum vermeintlichen


Ausgleich über die Linie. Doch
das Tor zählte nicht.
Der Assistent, der auf der an-
deren Seite stand, zeigte an,
dass der Ball im Aus gewesen
sei. Eine fragwürdige Entschei-
dung. Nicht einmal die Fern-
sehbilder bringen endgültige
Klarheit, ob der Ball in der Luft
mit voller Umdrehung über der
Linie war. Das „Hawk-Eye-Sys-
tem“ war in diesem Fall nutz-
los, weil es nur anzeigen kann,
ob der Ball die Tor-, aber nicht
die Grundlinie überschritten
hat. Jablonski folgte der Emp-
fehlung seines Assistenten und
entschied auf Abstoß.
„Es ist müßig, über das aber-
kannte Tor zu diskutieren,
wenn man die Szene nicht auf-
lösen kann. Das muss man ak-
zeptieren. Wenn wir in der
zweiten Liga auf der wichtigs-

ten Linie keine Kamera haben,
dann sind wir wieder vor dem
Videobeweis. Aber wenn die
Torlinie nicht im Fokus des Vi-
deoassistenten steht, dann ha-
ben wir ein Problem. Das haben
wir heute leider erfahren müs-
sen. Das war glaube ich nicht
spielentscheidend“, sagte HSV-
Trainer Dieter Hecking. Der 55-
Jährige gab sich als fairer Ver-
lierer und wollte die Niederlage
nicht an der umstrittenen Sze-
ne festmachen: „Das war ein
tolles Derby. Wir hätten gerne
heute die Niederlage gerade ge-
gen Pauli vermieden. Dass wir

nicht ohne Niederlage durch
die Saison marschieren, war
uns vorher klar. Dass es heute
passiert, ist doppelt bitter.“
Dimitrios Diamantakos
brachte die Gastgeber in der 18.
Minute mit einem Abstauber in
Führung, ein Eigentor van
Drongelens (63.) besiegelte die
erste Saisonniederlage des
HSV, der mit 13 Punkten auf
dem zweiten Tabellenplatz
liegt. „Wir haben leider ver-
dient verloren“, sagte HSV-
Spielmacher Aaron Hunt. Da-
ran habe auch die Entscheidung
Jablonskis nichts geändert.

Wieder einmal hat der Video-
beweis für Ärger gesorgt. Wie-
der einmal werden Rufe nach
Veränderung laut. „Die bisheri-
ge Handhabung nimmt in sehr
vielen Fällen den Spaß am Fuß-
ball, sagte Klaus Hofmann, Prä-
sident des FC Augsburg. Er
schlägt drei Änderungen vor:
Zunächst solle der Video-Refe-
ree nur bei ganz klaren Fehlent-
scheidungen eingreifen. Das sei
vor der Einführung so beschlos-
sen worden. „Dann sollten wir
es auch so machen.“
Zweitens plädiert Hofmann
dafür, die Bildschirme am Spiel-
feldrand abzuschaffen, auf de-
nen sich der Hauptschiedsrich-
ter strittige Szenen ansehen
könne. „Soll er bei Sonnenein-
strahlung und bei 60.000 brül-
lenden Zuschauern besser er-
kennen, ob es Elfmeter war
oder nicht, als die vier, 14 oder
24 Mann im Kölner Videokel-
ler?“, fragte der Klubpräsident.
Und als dritten Vorschlag will
Hofmann strittige Szenen auch
den Zuschauern im Stadion auf
den großen Leinwänden zeigen.
So sei der Videoassistent zu-
kunftsfähig, sagte Hofmann.
„Ansonsten können wir das
Konzept über kurz oder lang in
die Tonne treten.“ STEP

Faire Verlierer


im Stadt-Derby


Der Hamburger SV unterliegt St. Pauli und


hadert nicht mit einem umstrittenen Pfiff


Hart, aber fair: Das Derby zwischen dem HSV und dem
FC St. Pauli verlief auf und neben dem Platz friedlich

PICTURE ALLIANCE/DPA

/CHRISTIAN CHARISIUS
Free download pdf