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Deutsch perfekt 11 / 2019 ALEXANDER VON HUMBOLDT 21
eAlexander von Humboldt und der
Botaniker Aimé Bonpland vor dem
Vulkan Chimborazo in Ecuador.
das Respirationsgerät, -e
, Gerät, das beim Atmen
hilft
(atmen
, hier: Luft holen und
abgeben)
der L¢ftmangel
, Defizit an Sauerstoff
(der Sauerstoff , O 2 )
„bhelfen , hier: Schwie-
rigkeiten reduzieren
der Naturforscher, -
, Person, die systema-
tische Untersuchungen
über Landschaften und zu
Naturprinzipien macht
auf den Spuren Humboldts
, ≈ an den Orten, wo
Humboldt war
der H¡ld, -en
, hier: Person, die für
ihr Land etwas besonders
Tolles gemacht hat
“n deutsche L„nde trug
hist.
, in die deutschen Länder
tragen = hier: ins heutige
Deutschland bringen und
dort bekannt machen
beibringen
, hier: zeigen
¡twas „ngehen
, hier: wichtig sein für
der Erfinder, -
, Person, die neue
Ideen hat und etwas Neues
konstruiert
s¡lbst , hier: ≈ auch
die Atembeschwerden Pl.
, Schwierigkeiten, zu
atmen
s¶lche (-r/-s)
, von der genannten Art
der L¢ftdruck
, Kraft, mit der die Luft auf
die Erde wirkt
verw“ldert , hier: in
der Natur lebend und nur
schwer zu kontrollieren
der Stier, -e
, männliches Rind
h¡tzen , hier: machen,
dass ein Tier wegläuft
h¡tzen auf
, hier: ≈ schicken zu
E
s gibt nicht viele Berge, die so dekorativ in der
Landschaft stehen wie der Antisana in Ecuador.
Das 5704 Meter hohe Vulkanmassiv erlaubt
wahrscheinlich keine anderen Giganten neben
sich. Wie ein einsames Märchenschloss mitten
auf einem grünen Plateau sieht der Antisana aus.
Vielleicht ist aber auch die Andenluft der Grund für das Gefühl,
das einem dieser Berg gibt. Schon nach fünf Minuten hier oben
zu Fuß fehlt einem die Luft. Einer der ersten Europäer, die dort
waren, notierte im März 1802 in sein Tagebuch: „Ein Respirati-
onsgerät könnte dem Luftmangel abhelfen.“
Alexander von Humboldt wurde vor 250 Jahren geboren. Des-
halb beschäftigen sich die Deutschen dieses Jahr so intensiv wie
selten davor mit dem Naturforscher, Entdecker und Universal-
genie. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist im Februar
„auf den Spuren Humboldts“ durch Kolumbien und Ecuador
gereist. In der Universität von Quito feierte er zusammen mit
Publikum offiziell den Beginn des Humboldt-Jahres. Steinmeier
nannte Humboldt einen seiner „Helden aus der Geschichte“, als
einen Mann, „der die Welt in deutsche Lande trug und uns allen
beibrachte, dass diese Welt uns etwas angeht.“
Was oft nicht gesehen wird: dass Humboldt auch ein Erfin-
der war. Er hatte die Idee für die Temperaturlinien, die wir heute
aus dem Wetterbericht kennen. Er hatte auch die Idee für eine
wasserfeste Tinte. Diese Farbe blieb auch dann noch auf dem
Papier seiner Tagebücher, als er auf dem Orinoco in Venezuela
einen Unfall hatte. So kann man seine südamerikanischen Rei-
setagebücher heute noch lesen. Etwas wie ein Respirationsge-
rät – heute würden wir Sauerstoffmaske sagen – gab es aber noch
nicht, als er lebte. Es war wahrscheinlich eine spontane Idee in
der dünnen Luft. „Selbst die Tiere haben hier Atembeschwer-
den“, stellte er fest.
Für Humboldt waren solche Bedingungen kein Grund, die
Sache zu beenden. Im Gegenteil: Da packte er seine schweren
Apparate aus und bekam Lust, zu forschen. Er hatte zum Bei-
spiel ein Barometer, ein Thermometer und einen Sextanten
auf das Antisana-Plateau getragen, dazu ein Zyanometer, um
zu wissen, wie blau der Himmel ist. Er füllte die kalte Luft in
Fläschchen. Und er stellte fest, dass der Luftdruck so niedrig war,
„dass die verwilderten Stiere, wenn man sie mit Hunden hetzt,
Blut aus der Nase und aus dem Munde verlieren“. Ähnliche
Probleme hatte sein Reisepartner Carlos Montúfar. Auch wenn
nicht bekannt ist, dass die Hunde auch auf ihn gehetzt wurden.