20 reader's digest 08.2019
Das erklärt womöglich, weshalb in
einer britischen Umfrage mit mehr
als 2000 Krebspatienten der Begriff
„Held“ noch unpopulärer war als
„Krebsopfer“.
Einige Teilnehmer schätzten Worte
wie „Krieger“ oder „Inspiration“, an
dere gaben an, sie hätten ihre Erfah
rungen nicht reflektiert. Die Be
schreibung „den Kampf verloren“
lehnten 44 Prozent ab, unter ande
rem weil das bedeutete, die Person
sei besiegt worden. Die be
vorzugte Alternative lau
tet schlicht „gestorben“.
Selbst wenn es
nicht nur einen rich
tigen Weg gibt, über
Krebs zu reden, tut
man gut daran, sich
an Studienergebnisse
zu halten, anstatt Ver
mutungen anzustellen,
wie sich jemand fühlt.
Ernährung kann die
Menopause hinauszögern
Eine Vierjahresstudie der englischen
University of Leeds beschäftigte sich
erstmals mit den Auswirkungen der
Ernährung auf das Eintreten der Me
nopause. Einerseits erhöht ein später
Beginn der Menopause die Lebens
erwartung und verringert das Risiko
für Herzerkrankungen sowie Osteo
porose. Andererseits bedeutet er ein
erhöhtes Risiko für Brust, Gebär
mutter und Eierstockkrebs.
Bei den 914 Studienteilnehmerin
nen im Alter zwischen 40 und 65
Jahren begann die Menopause im
Durchschnitt mit 50,5 Jahren. Bei
den Frauen, die täglich 100 Gramm
fetten Fisch (zum Beispiel Lachs
oder Forelle) aßen, begann sie
durchschnittlich 3,3 Jahre später als
bei denjenigen, die sich anders er
nährten. Bei Frauen, die jeden Tag
75 Gramm frische Hülsenfrüchte
(zum Beispiel grüne Bohnen oder
Limabohnen) zu sich nahmen,
setzte die Menopause
durchschnittlich
0,9 Jahre später ein.
Frische Hülsen
früchte sind eine gute
Quelle für Antioxi
dantien. Diese ver
langsamen die Eizel
lenreifung und zögern
dadurch das Einsetzen
der Menopause hinaus. Die
Omega3Fettsäuren in fettrei
chem Fisch können diese antioxida
tive Wirkung zusätzlich steigern.
Der tägliche Konsum von 200
Gramm Nudeln oder Reis hingegen
führte dazu, dass die Menopause
durchschnittlich 18 Monate früher
einsetzte. Der Grund hierfür? Raffi
nierte Kohlenhydrate erhöhen das
Risiko einer Insulinresistenz, die
wiederum zu einem höheren Östro
genspiegel und einer schnelleren Er
schöpfung der Eizellen führen. Das
löst schließlich das frühere Einsetzen
der Menopause aus. Foto: © Kiian oKsana/shutterstocK