Handelsblatt - 28.09.2019

(Axel Boer) #1
schöpfungskette hinter der Energie -
erzeugung abzudecken. „Der Wind-
markt ist sehr volatil, und es passiert
gerade viel auf dem Markt“, erklärt
Lesser den Umbau. Es gehe weg von
reinen Windparks, hin zu immer
mehr „hybriden Projekten“, die
Wind, Sonne und Batterien kombi-
nieren. „Da muss man mitziehen,
sonst hat man keine Chance.“ Bis zu
40 Prozent des Betriebsergebnisses
sollen bis 2023 derlei neue Geschäfte
ausmachen. Ein radikaler Wandel.
Ein potenzielles Geschäftsfeld der
Zukunft könnte unter anderem das
Power-to-X-Segment sein. „Wir schau-
en uns die Power-to-Gas-Technologie
vor allem im Offshore-Bereich an.
Hier sehen wir langfristig auf jeden

Fall großes Potenzial“, erklärt PNE-
Chef Lesser das Interesse. Insgesamt
will er für den Umbau zum Dienst-
leister für saubere Energien in den
nächsten vier Jahren mindestens 50
Millionen Euro investieren.
Die kommen bei PNE zum Teil aus
der eigenen Tasche, teils aus einer
Unternehmensanleihe im Wert von
50 Millionen Euro, die der Konzern
neu ausgegeben hat. Aber auch In-
vestoren bringen frisches Kapital ein.
Mit Dimensional Holdings und HSBC
Inka bauten im April zwei Großaktio-
näre ihre Positionen aus. Noch ver-
dient PNE mit dem Projektgeschäft
aber ganz gut. Das Ergebnis vor Steu-
ern und Zinsen (Ebit) verdreifachte
sich 2018 auf 12,9 Millionen Euro.

Energie


Investmentfonds will


PNE übernehmen


Morgan Stanley hat dem


Windpark-Entwickler bereits


ein verbindliches Angebot


unterbreitet. Eine Zusage gibt


es noch nicht.


Kathrin Witsch Düsseldorf


D


ie weltweite Nachfrage nach
Windrädern boomt und
rückt Unternehmen in den

Fokus der Aufmerksamkeit, die bis-


lang eher ein Nischendasein friste-


ten. Unternehmen wie PNE aus Cux-


haven. Mit dem rasanten Anstieg der


Erneuerbaren wird die langjährige


Erfahrung des Windparkprojektie-


rers auf einmal immer wichtiger. Das


hat nun auch ein Infrastrukturfonds


der US-Investmentbank Morgan Stan-


ley erkannt und will den Projektent-


wickler übernehmen. PNE bestätigte


in der Nacht zum Dienstag ein unver-


bindliches Angebot von Morgan Stan-


ley Infrastructure Partners (MSIP)


über 3,50 bis 3,80 Euro je Aktie. Zu-


erst hatte die Nachrichtenagentur


Reuters darüber berichtet.


„Die Gespräche über eine mögli-


che Zusammenarbeit gab es schon


länger. Das Angebot kam dann am


Montagabend“, sagt PNE-Chef Mar-
kus Lesser im Gespräch mit dem
Handelsblatt. Dabei sei MSIP auf den
Projektierer zugekommen. „Wir sind
nicht aktiv auf der Suche nach einem
Käufer“, sagt Lesser. Man habe im-
mer mal wieder Gespräche geführt,
aber ein konkretes Übernahmeange-
bot habe es so noch nicht gegeben.
Die Offerte des Infrastrukturfonds
entspricht einem Börsenwert von
268 bis 290 Millionen Euro und liegt
bis zu 25 Prozent über den Schluss-
kurs von 3,05 Euro vom Montag. Ob
es tatsächlich zur Übernahme
kommt, ist allerdings noch offen.
„Wir können gut allein bestehen“,
bekräftigt Lesser. „Trotzdem sind wir
natürlich grundsätzlich offen, wenn
jemand ein solches Vertrauen in uns
setzt“, lässt er durchblicken. Für Les-
ser ist das Angebot eine Bestätigung
für den Strategieschwenk, den das
Unternehmen vor zwei Jahren einge-
läutet hat. Dieser ging mit einem Na-
menswechsel von PNE Wind hin zu
PNE einher.
Statt sich nur um die Planung und
Umsetzung von Windprojekten zu
kümmern, wollen die Cuxhavener
neue Märkte erschließen, um in den
nächsten Jahren die gesamte Wert-

Windpark: PNE will
künftig die gesamte
Wertschöpfungskette
hinter der Energieer-
zeugung abdecken.

plainpicture/NTB scanpix

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