Die Welt - 20.03.2020

(C. Jardin) #1

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20.03.20 Freitag,20.März2020DWBE-HP


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DIE WELT FREITAG,20.MÄRZ2020 SEITE 11

WIRTSCHAFT


D


eutschland droht 2020
wegen Corona ein Wirt-
schaftseinbruch von his-
torischen Dimensionen.
Nach einer neuen Berech-
nung des Wirtschaftsforschungsinsti-
tuts IfW Kiel könnte das deutsche Brut-
toinlandsprodukt (BIP) als Folge der Vi-
ruskrise um bis zu neun Prozent zu-
rückgehen.

VON DANIEL ECKERT

Damit droht der Konjunktur ein
ähnlicher Kollaps, wie es in Friedens-
zeiten zuletzt zu Beginn der Weltwirt-
schaftskrise Anfang der 1930er-Jahre
der Fall war. Der scharfe Rückgang ist
aus Sicht des IfW Kiel eine unweigerli-
che Folge der einzigartigen ökonomi-
schen Vollbremsung und der umfas-
senden Abschottung, die ihrerseits der
Eindämmung der Corona-Pandemie
dienen. „Die Entwicklung in diesem
Jahr stellt eine krasse Ausnahmesitua-
tion dar. Die Produktionseinbußen
sind der Reflex auf einen massiven exo-
genen Schock, für den es in der jünge-
ren Wirtschaftsgeschichte keine Ver-
gleichsmuster gibt“, sagt IfW-Konjunk-
turchef Stefan Kooths.
Der Einbruch der Börsenkurse und
das Zurückfahren von Produktionspro-
zessen erfolge viel rasanter als während
der durch die globale Finanzkrise aus-
gelösten Rezession 2008/2009. Aller-
dings stünden die Chancen gut, rascher
wieder aus dem Produktionstal heraus-
zukommen. Den Wissenschaftlern zu-
folge besteht das positive Szenario da-
rin, dass die derzeitige Stresssituation
lediglich bis Ende April andauert und
sich die Lage dann ab Mai allmählich
entspannt. In diesem Fall würde die
Wertschöpfung von Europas größter
Volkswirtschaft wohl um 150 Milliarden
Euro sinken. Beim Bruttoinlands-
produkt liefe das 2020 auf ein Minus
von 4,5 Prozent hinaus.
Ob der „Lockdown“, die Schließung
von Fabriken und Geschäften sowie das
Einfrieren fast aller übrigen Wirt-

schaftsaktivitäten, allerdings wirklich
schon im Mai beendet werden kann, ist
offen. „Setzt die Erholung erst drei Mo-
nate später im August ein, würde das
deutsche BIP um 8,7 Prozent fallen“,
heißt es in einer Einschätzung des IfW
weiter. In seiner Frühjahrsprognosewar
das Institut vor wenigen Wochen für
2020 noch von einem Rückgang um nur
0,1 Prozent ausgegangen. Die massiven
Folgen der Corona-Bekämpfung hätten
sich damals noch nicht in der heutigen
Dramatik abgezeichnet.
In dieser Woche hatten bereits meh-
rere Wirtschaftsforschungsinstitute
und Investmentbanken ihre Prognose
für die US-Wirtschaftscharf nach unten
korrigiert. War der größten Ökonomie
der Welt Anfang des Jahres noch ein
Wachstum von zwei Prozent oder mehr
zugetraut worden, so rechnen die Ex-
perten jetzt auch für Amerika mit einer

Rezession, also dem Schrumpfen der
Produktion über mindestens zwei
Quartale. Unter dem Strich erwartet die
normalerweise dynamischen Vereinig-
ten Staaten 2020 wohl eine ökonomi-
sche Stagnation. Allerdings könnte sich
auch diese Vorhersage als zu optimis-
tisch erweisen, schließlich breitet sich
das Coronavirus in Amerika ebenso
schnell aus wie in Europa. Jenseits des
Atlantiks werden erst nach und nach
Schließungen und Quarantänemaßnah-
men ausgerufen.
Für Deutschland rechnet das IfW
Kiel im März mit einem Einbruch des
BIP um fast 18 Prozent zum Vormonat.
„Dieses niedrige Niveau wird voraus-
sichtlich auch im April noch weitgehend
Bestand haben“, steht in der Einschät-
zung. Das deckt sich mit einer Prognose
der US-Bank JP Morgan, die die euro-
päische Wirtschaftsaktivität in diesem

Frühjahr mit minus 22 Prozent quasi im
freien Fall sieht.
Für die weitere Entwicklung unter-
scheiden die Forscher ein V- und ein U-
Szenario. Im V-Szenario lassen die
dämpfenden Maßnahmen ab Mai all-
mählich nach, und die Corona-beding-
ten Produktionsausfälle klingen binnen
sechs Monaten ab. Im U-Szenario dau-
ert es länger, ehe die Erholung einsetzt.
„Das U-Szenario unterstellt einen fast
halbjährigen Lockdown weiter Teile des
Wirtschaftslebens und geht damit an
die Grenze dessen, was man sich derzeit
vorstellen kann“, sagt Kooths. Die tat-
sächliche Entwicklung dürfte seiner
Einschätzung nach näher am V- als am
U-Szenario liegen.
Doch Kooths macht auch klar, dass
beide Szenarien keine nennenswerten
Nachholeffekte im weiteren Jahresver-
lauf vorsehen, auch wenn dafür freie
Kapazitäten – vor allem in der Industrie


  • verfügbar wären. Der Grund: Für das
    gesamte Jahr 2020 wird Corona die
    Konjunktur weltweit belasten. Erst 2021
    wird sich das Bruttoinlandsprodukt
    dann erholen, und zwar kräftig. Im V-
    Szenario erfährt die deutsche Wirt-
    schaftsleistung nächstes Jahr ein Plus
    7,2 Prozent, im U-Szenario expandiert
    sie sogar um 10,9 Prozent.
    Damit würde sich die Entwicklung
    von der Weltwirtschaftskrise von vor
    9 0 Jahren unterscheiden. Im Jahr
    nach dem großen Crash von 1929
    schrumpfte das deutsche Bruttonatio-
    naleinkommen um 6,7 Prozent. Die
    beiden folgenden Jahre, vielfach auch
    als Große Depression bekannt, sahen
    sogar einen zweistelligen Absturz der
    WWWertschöpfung.ertschöpfung.
    Nicht preisbereinigt sank die Produk-
    tion 1931 um 16 Prozent und 1932 noch
    einmal um fast 18 Prozent. In dem Jahr
    war teilweise jeder vierte Arbeiter auf
    Stellensuche. Im Jahr 2009, dem Jahr
    nach der Lehman-Pleite mit folgender
    Finanzkrise, schrumpfte das Brutto-
    inlandsprodukt um 5,7 Prozent. Es war
    der bis dahin stärkste Rückgang seit
    dem Zweiten Weltkrieg.


Einsame Kräne am Hamburger Hafen. Die exportorientierte deutsche Wirtschaft bremst massiv ab

GETTY IMAGES/WESTEND

/WESTEND

Größter Rückgang


seit den 1930er-Jahren


Nach einer Prognose des IfW Kiel bricht


die deutsche Wirtschaftsleistung 2020


um bis zu neun Prozent ein. Das erinnert


an die schon historische Große Depression


1929

1930

1931

1932

+,

-,

-,

-,

So schlimm war die Große Depression

Quelle: Statistisches Bundesamt, eigene Berechnungen

Veränderung des Bruttonationaleinkommens in jeweiligen Preisen

Reinhold von Eben-Worlée über


die Folgen der Corona-Krise Seite 12


Chef der Familienunternehmen


TUI DEUTSCHLAND

Kurzarbeit von April
bis September

Bei TUI Deutschland sollen die
Beschäftigten wegen der schwieri-
gen Geschäftslage durch die Coro-
na-Krise für ein halbes Jahr in Kurz-
arbeit gehen. Die mit dem Manage-
ment vereinbarte Regelung greife
für die Zeit vom 1. April bis zum 30.
September, hieß es in einer Infor-
mation von Konzernbetriebsrats-
chef Frank Jakobi an die Mitarbei-
ter. Das Unternehmen will demnach
über die gesamte Phase verschieden
hohe Anteile von Kurzarbeit in ver-
schiedenen Bereichen einführen.
Weitere Einzelheiten hierzu würden
derzeit noch verhandelt. TUI ist –
wie viele andere Reiseveranstalter,
Fluggesellschaften und Betriebe aus
dem Gastgewerbe – aufgrund der
globalen Verbreitung des neuen
Coronavirus erheblich in Bedräng-
nis geraten.

FLIXTRAIN

Verbindungen bis


Ende April eingestellt


Voraussichtlich bis Ende April fah-
ren wegen der Corona-Krise keine
Züge des Anbieters Flixtrain mehr.
Betroffene Kunden könnten ihre
Tickets „in dieser Ausnahmesituati-
on“ in der 2. Klasse der ICE- und
IC-Züge der Deutschen Bahn nut-
zen, teilten die beiden Unterneh-
men mit. „Wir informieren, sobald
wir den Betrieb von Flixtrain wieder
aufnehmen können“, erklärte ein
Sprecher der Flixbus-Dach-GmbH.
Das Unternehmen, das zunächst mit
grünen Fernbussen an den Markt
gegangen war, bietet seit 2018 auch
Zugreisen an. Verbindungen gab es
zuletzt zwischen Berlin und Stutt-
gart, Hamburg und Köln sowie Ber-
lin und Köln inklusive Zwischen-
stopps. Am Dienstag hatte das Un-
ternehmen bereits mitgeteilt, ab
Mittwoch den Busbetrieb auf allen
nationalen sowie grenzüberschrei-
tenden Verbindungen von und nach
Deutschland auszusetzen.

ADIDAS

Hauptversammlung
wird verschoben

Auch der weltweit zweitgrößte
Sportartikelhersteller Adidas ver-
schiebt wegen der Coronavirus-
Pandemie seine Hauptversamm-
lung. Die Verschiebung der eigent-
lich für den 14. Mai in Fürth ge-
planten Aktionärsversammlung
gelte für unbestimmte Zeit, teilte
das Unternehmen am Donnerstag
mit. Damit verzögert sich auch der
Beschluss zur Auszahlung der Divi-
dende für die Anteilseigner. Der
Vorstand hatte eine Dividendenzah-
lung in Höhe von 3,85 Euro vor-
geschlagen. Adidas hatte bereits
zuvor beschlossen, die firmen-
eigenen Einzelhandelsgeschäfte in
Europa und Nordamerika vorüber-
gehend zu schließen.

FORD

Autobauer zahlt


keine Dividende


Ford setzt wegen der Coronavirus-
Pandemie die Dividendenzahlungen
aus. Damit will der US-Autoher-
steller angesichts rückläufiger Fahr-
zeugverkäufe seinen Geldbestand
schonen. Ford kündigte zudem an,
zwei Kreditlinien in Anspruch zu
nehmen und so 15,4 Milliarden Dol-
lar (14,1 Milliarden Euro) abzurufen.
Wie zuvor schon andere Unterneh-
men kassierte Ford zudem seine
Prognose für die Geschäftszahlen
im laufenden Jahr. Mit dem Geld
möchte Ford die Auswirkungen von
Fabrikschließungen auf seine Fi-
nanzen ausgleichen. Am Mittwoch
hatten Ford und andere Fahrzeug-
bauer angekündigt, in den kom-
menden Tagen alle ihre Fabriken in
Nordamerika zu schließen. In Eu-
ropa und andernorts sind Werke
bereits geschlossen.

KOMPAKT


N


och Anfang März beschwich-
tigten die deutschen Automo-
bilhersteller, die Lieferketten
seien intakt, die Fertigung hierzulan-
de gesichert. Diese Woche ging dann
plötzlich alles ganz schnell, zu rapide
breitet sich Sars-CoV-2 in Deutsch-
land aus, das neuartige Coronavirus.

VON OLAF PREUSS

VVVolkswagen-Chef Herbert Diessolkswagen-Chef Herbert Diess
kündigte bei der Bilanzpressekonfe-
renz am Dienstag an, die Werke der
verschiedenen Konzernmarken in Eu-
ropa herunterzufahren – für die Ge-
sundheit der Mitarbeiter und „ange-
sichts der sich aktuell deutlich ver-
schlechterten Absatzlage und der sich
abzeichnenden Unsicherheit bei der
Teileversorgung.“
Die Werke in Spanien, Portugal, der
Slowakei und in Italien seien teils be-
reits geschlossen: „Die meisten ande-
ren deutschen und europäischen Wer-

ke des Konzerns bereiten sich auf eine
Produktionsunterbrechung voraus-
sichtlich für zwei Wochen vor“, sagte
Diess. Auch im Stammwerk von Volks-
wagen in Wolfsburg stehen die Bänder
bald still. Ende dieser, Anfang kom-
mender Woche ruht der Fahrzeugbau
von VW, Audi und Porsche dann in
ganz Deutschland.
AAAuch Daimler und BMW gehen die-uch Daimler und BMW gehen die-
sen Schritt, ebenso die ausländischen
Mutterkonzerne von Ford und Opel
und Zulieferer wie Continental. Eine
Entscheidung, die das Zentrum der
deutschen Wirtschaft trifft. Insge-
samt werden der Autoindustrie hier-
zulande rund 834.000 Arbeitnehmer
zugerechnet. Wie viele Mitarbeiter
von den Werksschließungen tatsäch-
lich betroffen sind, ist offen, die meis-
ten Unternehmen veröffentlichen da-
zu keine Zahlen.
Der Verband der Automobilindus-
trie (VDA) drängt unterdessen darauf,
die finanzielle Liquidität vor allem

auch der kleinen und mittelgroßen
Unternehmen der Automobilbranche
sicherzustellen, etwa durch eine un-
bürokratische Vergabe von Krediten.
Dabei hofft der Verband auf die Rü-
ckendeckung der Politik.
Die Gewerkschaften wiederum
fffürchten, dass die staatliche garantier-ürchten, dass die staatliche garantier-
te Absicherung von 60 Prozent des
Nettolohns – 67 Prozent bei Arbeit-
nehmern mit Kindern – für viele nicht
ausreichen wird. Die IG Metall dräng-
te darauf, dass die Unternehmen die
Nettolöhne aufstocken. „Bei den Un-
ternehmen der Automobilindustrie,
die den Shutdown ihrer Werke ange-
kündigt haben, bestehen entsprechen-
de Regelungen“, sagte der IG-Metall-
VVVorsitzende Jörg Hofmann. „Es liegtorsitzende Jörg Hofmann. „Es liegt
nun an den Arbeitgeberverbänden,
hier kurzfristig zu flächendeckenden
Regelungen zu kommen.“
Die Mitarbeiter großer Unterneh-
men sind durch Haustarifverträge
und Arbeitszeitkonten in der Regel

besser abgesichert als Beschäftigte in
vielen kleinen und mittelgroßen Fir-
men. Von der Produktionsunterbre-
chung seien in Deutschland etwa
3 5.000 seiner Mitarbeiter betroffen,
teilte etwa BMW in München mit:
„Für die betroffenen Mitarbeiterin-
nen und Mitarbeiter gelten zunächst
die betrieblich vereinbarten Flexibili-
tätsinstrumente, etwa die Reduzie-
rung der Zeitkonten. Wir sind in kon-
struktiven Gesprächen mit der Ar-
beitnehmervertretung, um in einem
weiteren Schritt auch das Instrument
der Kurzarbeit zu nutzen, sofern es
erforderlich sein sollte.“
BMW habe bereits eine betriebliche
VVVereinbarung getroffen, um im Falleereinbarung getroffen, um im Falle
von Kurzarbeit das Kurzarbeitergeld
aufzustocken: „Das Nettoeinkommen
eines Tarifmitarbeiters wird auch bei
Kurzarbeit mindestens 93 Prozent des
üblichen Niveaus betragen.“ Sofern
das Netto-Entgelt eines Tarifmitarbei-
ters inklusive Kurzarbeitergeld 93

Prozent des Normalniveaus unter-
schreite, werde BMW dem Mitarbeiter
„den entsprechenden Differenzbetrag
ausgleichen.“
Solche Schutzmechanismen haben
viele kleine Unternehmen nicht. Spe-
ziell diese hätten sich bei Diskussionen
um die Aufstockung von Nettolöhnen
in jüngster Zeit „heftig gewehrt“, hieß
es von der IG Metall. Deshalb werde
auch die Regierung hier weitere Ant-
worten finden müssen.
Noch ist völlig offen, ob die zwei bis
drei Wochen tatsächlich ausreichen,
die die Konzerne bislang für die
WWWerksschließungen avisiert haben.erksschließungen avisiert haben.
„„„Wir müssen uns schon von nächsterWir müssen uns schon von nächster
WWWoche an wieder auf einen Werksan-oche an wieder auf einen Werksan-
lauf vorbereiten – wann immer dieser
auch sein mag“, sagte Ralf Brandstät-
ter, Vorstand für das operative Ge-
schäft der Konzernmarke Volkswagen.
„„„Wir werden ein gutes Stück auf SichtWir werden ein gutes Stück auf Sicht
fffahren müssen und die Situation täg-ahren müssen und die Situation täg-
lich neu bewerten.“

Die Angst geht um in der Autoindustrie


Nachdem die Produktion stillsteht, bangen vor allem kleine Betriebe um die Zukunft. Gewerkschaften fordern Absicherung der Arbeitnehmer


D


ie Lufthansa stürzt von einem
Milliardengewinn in einen
Überlebenskampf. Selbst nach
einem Ende der Corona-Krise werde die
Airline nicht mehr zur alten Größe und
Struktur zurückkehren, sagte Lufthan-
sa-Chef Carsten Spohr bei der Bilanz-
vorlage. So wurde auch die Übernahme
neuer Flugzeuge bei Airbus und Boeing
zunächst gestoppt.

VON GERHARD HEGMANN

Ein Wiedereinstieg der Bundesrepu-
blik bei der bis 1963 staatlichen Airline
stehe aktuell zwar nicht an, sagte Spohr.
Zunächst stünden andere Hilfsmaßnah-
men im Mittelpunkt, wie etwa Steuer-
stundungen oder Kredite. „Wir werden
uns um aktive Unterstützung des Staa-
tes bemühen, wenn diese notwendig
werden würde“. Wie Spohr sagte, fallen
ab nächster Woche 95 Prozent aller Flü-
ge aus, weil es keine Passagiere gibt
oder Flugverbote bestehen. Die Anzahl
der dann noch angebotenen Flüge ent-
spreche vom Umfang dem Flugplan von


  1. Übrig bleibe fast nur noch der
    Rückholflugplan für Passagiere aus dem
    Ausland. Wenn sich die Situation in den
    nächsten Wochen nicht ändere, „müs-
    sen wir mit der Politik darüber reden,
    welche Grundversorgung an Flügen aus
    politischer Sicht gebraucht wird“. Der
    Lufthansa-Chef: „Aus kommerzieller
    Sicht ergibt Fliegen zu diesen Zeiten
    dann keinen Sinn mehr.“
    Spohr sieht nicht nur die Lufthansa
    in einer historischen Ausnahmesituati-
    on. „Die Welt in unserer Branche wird
    nach dieser Krise eine andere sein“, sagt
    er. Die Corona-Krise werde die Luft-
    fahrt „nachhaltig und strukturell verän-
    dern“. Die europäischen Regierungen
    müssten sich überlegen, wie Europas
    Airline-Branche künftig aussehe. Die
    Lufthansa plane bereits für die Zeit
    nach der Krise. Intern gebe es Szenarien
    mit bis zu zwölf Monaten Fast-Still-
    stand.„Wir wissen nur, dass wir es län-
    ger durchhalten als andere.“ Um die Ko-
    sten und Kapazitäten anzupassen, wer-
    den in der ersten Runde 31.000 der rund
    140.000 Beschäftigte in Kurzarbeit ge-
    schickt. Kurzarbeitspläne gebe es für
    alle Aktivitäten und Gesellschaften, wo
    immer möglich und sinnvoll.
    Spohr erläutert: „Je weniger wir zum
    Kurzarbeitergeld zuschießen, desto
    mehr können an Bord bleiben.“ Der
    Vorstand verzichte selbst auf 20 Pro-
    zent seines Grundgehaltes. Etwa 700
    der 763 Flugzeuge werden eingemottet.
    Zum Parken der Flugzeuge soll bei-
    spielsweise auch eine Start- und Lande-
    bahn am Flughafen Frankfurt genutzt
    werden. Wie Spohr sagte, hat die Luft-
    hansa zu viele Beschäftigte an Bord, wie
    auch immer die Corona-Krise ausgehe.
    Der Konzern werde nicht mehr in den
    alten Normalzustand wechseln können,
    sondern werde die Gesamtstrategie und
    Aufstellung überdenken.


Lufthansa mottet


7 00 von 763


Flugzeugen ein


Nur ein Teil der Mitarbeiter
geht zunächst in Kurzarbeit

WIRTSCHAFTSREDAKTION: TELEFON: 030 – 2591 71830|FAX: 030 – 2591 71870|E-MAIL: WIRTSCHAFT@WELT.DE|INTERNET: WELT.DE/WIRTSCHAFT

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